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— 5— und mag dahero wohl ein gewiſſer gelehrter Mann An⸗ no 1650. Gelegenheit genommen haben anzumer⸗ cken/ daß der Durchlaͤuchtigſte Keitaurator dieſer U- niverſitaͤt mit ſo viel Kaͤyſern/ Koͤni en/ Chur⸗ und Fuͤrſten/ durch Blut⸗ Freund⸗ und chwaͤgerſchafft damahlen verknuͤpffet geweſen/ welche 19. Univerſitaͤ⸗ ten in⸗ und auſſerhalb eutſchlandes/ worzu nunmeh⸗ ro die 20. auch gerechnet werden kan/ geſtifftet haben. Herr Landgraff Wi helm/ der Vlte dieſes Nahmens/ zugenaunt der Weiſe/ iſt nicht allein ſelb⸗ ſten in Sprachen und Kuͤnſten ſtattlich erfahren ge⸗ weſen/ ſondern hat auch gelehrte Leute von weiten und nahen Orten beſchrieben/ ſie reichlich verſorget/ und ebenfalß ſeinen in Wiſſenſchafften Ihme nichts nachgebenden Sohn/ Herrn Landgraff Mauri- tium, von welchem ein vortrefflicher Teutſcher Orator und Politicus ſchreibet: Literarum helluo& gurges eſt; raεooiay& ſcientiarum orbem animo complexus, Poe- ta eſt, Orator eſt, Philoſophus eſt, JCtus eſt, Theologus eſt, Muſicus eſt,& quis non eſt? ſehr nachdencklich ver⸗ mahnet/ auff die Univerſitaͤten und Schulen im Lan⸗ de ein ſorgfaͤlliges und wachendes Auge zu haben/ wel⸗ ches er auch getreulich beobachtet/ die Univerſttaͤt Marburg in ſtattl. Flor gebracht/ auch oͤffters die Colle⸗ gia und Diſputationes per ſoͤnlich beſuchet. Der hochſelige Serr Landgraff Georg der erſte/ zugenannt der Fromme/ hat in kurtzer Zeit 3. Schulen im Lande an⸗
gerichtet. Dieſes Ruhm ⸗wuͤrdigen Fuͤrſten nicht we⸗
niger Preiß⸗wuͤrdige Succeſſor, Herr Landgraff newig der V. genannt/ war in Philoſophicis& hu- 8
manioribus


