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kluͤger und tugendhaffter als ihre Untergebene ſeyen/ ſich zu einem Muſter und Bilde aller Tugenden darſtellen/ und/ wie eine auf einem hohen Berge oder Thurn auffgeſteckte Leuchte/ zu einem rechten Tugend⸗ Wandel jedermann vorleuchten/ ja ihre eintzige Be⸗ muͤhung in zeitlichen Dingen ſeyn laſſen ſollen/ daß nach ihrem lobwuͤrdigen Exempel ſich andere Menſchen formiren und nachbilden koͤnnen. Denn
Regis ad exemplum: totus componitur orbis;
.- nec ſie inflectere ſenſus
Humanos Edicta valent, quam vita Regentis 5
Mobile mutatur ſemper cum Principe vulgus. Worinnen aber die Fuͤrſtliche Gedaucken/ welche Re⸗
genten haben und auch daruͤber halten dllet beſtehen
darinnen mögten wohl die Meynungen derer/ die ohen 1
angefuͤhrte Regul einmuͤhtig behaupten/ nicht ein⸗ muͤhtig ſeyn/ indem einige noch wohl des Ißmnacht gen Griechiſchen Monarchen Jentiment beypflichten durffen/ als ob es Fuͤrſtl. Gedancken waͤren/ wann groſſe Herren und Potentaten/ die gantze Welt zu be⸗ zwingen/ ihnen vorſetzen/ und dazu alle ihren Kraͤf⸗ te und Verſtand auffbieten. Aber weit gefehlet; denn dieſe des groſſen Alexandri ungezaͤumte Gedancken wurden auch damahlen ſchon von Barbaren dieſen ſonſt lobwuͤrdigen Helden in das Angeſichte hinein veraͤchtlich und ſchimpfflich vorgehalten/ und er dar⸗ über ein Moͤrder und groſſer Land⸗Raͤuber von ihnen genennet/ deſſen Regierſucht(wie abſonderlich die Ga⸗ ramanten/ in ihrer nichts weniger als Barbariſchen Rede/ dieſe Worte braucheten) billig mit dem Grabe erſtickt


