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Alexander der Große im Urteil der Griechen und Römer bis in die konstantinische Zeit / eingereicht von Franz Weber
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die Notiz, in dem Lande des Abisaros in Indien tief in den Bergen hätten zwei Drachen von 80 und 140 Ellen Länge ge- haust,¹) in Indien habe er mit Riesen gekämpft, die ein Alter von 130 Jahren erreichten und nie alterten.²) Alle Mühen und Gefahren nimmt Alexander auf sich zur größeren Ehre des griechischen Namens. 2 Ad*νννασνοσ,dꝑ νe nioοreucere däv, Aiν dnμεμνσρ εανονε ενeua ije edοοενας³ ruft der König aus, als er unter eigener Lebensgefahr den Hydaspes über- schreitet. Unwahrscheinlich ist, daß Onesikritos durch die aus- führliche Schilderung der Bedürfnislosigkeit der indischen Weisen:) die zoupi Alexanders indirekt geißeln wollte. Die Ahnlichkeit ihrer Lehren mit denen der kynischen Philosophie mußte ihn, den Schüler des Diogenes, besonders interessieren und zu einem Vergleich herausfordern.*)

Chares. Chares, der ehemalige Hofzeremonienmeister Alexanders, war vermöge seiner Stellung besonders über das Privatleben seines Gebieters gut unterrichtet. Dem Inhalt seines Werkes nach gehörte er zu den Vertretern der romanhaften Sensationshistorie, wie sie E. Schwartz nennt.9) Alexander wird von diesem Hofbeamten verhältnismäßig ungünstig geschildert. Allerdings ist er entschlossen bis zur Tollkühnheit auf seinem abenteuerlichen Zuge gegen die Araber,⸗) und tapfer kämpft er mit Darius in offenem Zweikampf um den persischen Thron.) Gerecht und milde ist er in dem Hochverratsprozeß gegen Kallisthenes. Um jeden Schein einer ungerechten Verurteilung zu vermeiden, will er den Verschwörer in Gegenwart des Aristoteles aburteilen und wird nur durch den frühen Tod des Kallisthenes an der Ausführung seines Vorhabens gehindert.)

risieren will. Bei ihm begegnet sie uns wenigstens zum erstenmal in der Literatur. ¹) frg. 7f.*) frg. 25. ³) frg. 8. ¹) frg. 10. ³⁹) Ferner hatte er nach seiner eigenen Angabe von Alexander selbst den Auftrag erhalten, sich über das Leben der indischen Weisen zu informieren, ganz abgesehen von seiner sonst günstigen Beurteilung Alexanders und einem sy ονιμμον, das er nach Diog. Laert. VI, 84? auf ihn verfaßt haben soll.) Vgl. E. Schwartz, Chares 13 bei Pauly-Wissowa III, 2129 ff. In den Bereich dieser Sensationshistorie gehört der Zweikampf Alexanders mit Darius, die zονυνρρ Alexanders, die Erzählung der persischen Liebesgeschichte von Zariadres und Odatis.* frg. 2. ³) frg. 1. ¹⁹) frg. 7, 8, 9.