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Alexander der Große im Urteil der Griechen und Römer bis in die konstantinische Zeit / eingereicht von Franz Weber
Entstehung
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Aus dem vorstehenden Katalog, besonders aus dem der

Monographien, läßt sich das Interesse bemessen, das Alexanders T Persönlichkeit und Taten in der literarischen Welt der Griechen S und Römer bis zur konstantinischen Zeit entgegengebracht b wurde. Deutlich scheiden sich sechs Perioden, von denen drei g eine ausnehmend große Zahl von Alexanderschriftstellern auf-

weisen. Es sind die Zeiten von 336 323, 323 250 v. Chr. und W 100 180 n. Chr. Der Grund für die beiden ersten ist klar er-

sichtlich. In ihnen hat Alexander gelebt und gewirkt, in ihnen haben seine Militär- und Zivilbeamten, die ihn zum größten Teil überlebten, in Erinnerung der ruhmreichen Vergangenheit seine Siegesgeschichte niedergeschrieben.

Von 250 ab erlischt das historische Interesse für mehr als 1 200 Jahre so gut wie völlig. Kein Werk läßt sich mit Sicher- heit von der Zeit der Epigonen bis auf Augustus nachweisen, das die Taten Alexanders für sich behandelte. Erst die römische Kaiserzeit nimmt Alexanders Leben als historischen Stoff wieder auf. Die Namen der zwei Männer, die möglicherweise, nicht einmal sicher, zwischen diesen beiden Zeitepochen geschrieben haben, Aristos und Asklepiades können an diesem wunderlichen Faktum nichts ändern. Das Fehlen umfassender Geschichts- werke, die Alexander mitbehandelt haben müßten, ist die ge- naue Parallele.

In der römischen Kaiserzeit erwacht Alexander wieder von den Toten. Aber auch sie bietet kein einheitliches Bild in ihrer Stellung zu Alexander.

Der Anfang des ersten nachchristlichen und das zweite Jahrhundert bis etwa zur Regierung des Commodus weisen ein gesteigertes Interesse auf. Für die Mittelzeit von Nero bis Nerva wie für die spätere Kaiserzeit sind keine Monographien, auch nur im Titel, uns bekannt, und schwerlich ist dies Resultat durch die Ungunst der Zeit bewirkt. Es ist nicht wahrschein- lich, daß uns von ausführlichen Alexandergeschichten der Kaiser- zeit jede Kunde verloren gegangen sein sollte.

Einen Römernamen nur nennt der Katalog. Curtius Rufus, der vermutlich unter Claudius schrieb, ist der erste und letzte Römer, der sich eingehend mit dem Alexanderproblem be-

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