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Allgemeines: Aus Stadt und Kreis Gießen 11
Dehuch daus Höpfner(bekannt durch Goethes ane an der Ecke Sonnenstraße und Neuen Di und das
schen Uiche Haus, Neuen Bäue 9, zeigen frän⸗
orme inschlag in den zierlich reichen Schmuck⸗
brüsim ausgesägter Hölzer unter den Fenster⸗ die Vir Zierlich ist bei dem ersten auch noch an de ung der hohen Streben in der Mitte und
W hin Ecken der Wand,„der wilden Männer“, au—— sind diese schon bei dem Diezschen gebildet, von ganz besonderer Wucht aber 295 er folgenden in sich eng zusammenhängenden
ppe von großen Häusern:
mit Hen Weisel, Sonnenstraße 6, um 1610,
läser der e Hofe, dessen Galerien(die Vor⸗
an 0b der Korridore in unseren heutigen Häusern oberrheinische Vorbilder erinnern. Lüni Geisse in der Kaplansgasse und das 9 ge Schritte entfernte aus am Neuen Weg und Kreuzplatz; sandien Ebel in der Zozelsgasse, das eine ver⸗ die fuühe Wiederherstellung verdient, schließlich jrühere
Madnschapothete am Marktplatz, Ecke der
ihren Rüre noch besonders ausgezeichnet durch
frisc hn über Eck gestellten Giebelerker und die
8 gezeichneten Formen der Brüstungsfüllungen
stil—— sich schon dem sogenannten Ohrmuschel⸗
dein Art ältesten eigenen deutschen Barock nähern⸗
Rins. letzten Jahre haben unter dem Einfluß ver⸗
alte Hau Denkmalspflege noch manches andere 25 15 unter der entstellenden Decke häßlichen an utzes hervorgeholt, so z.B. Sonnenstraße 13,
x ener d 5 und besonders die alte Zehnt⸗ In die neue Heimat des Polizeiamts.
werkban Otzehnten Jahrhundert nimmt der Fach⸗ urkran als Stilform ein klägliches Ende. Die
eigene Lined und kräftige Gliederung, die ihm das ganz a ünstlerische Gepräge gab, hört nach und nach geriste Die Häuser werden als einfache Wand⸗
Vortäuschnoeschlagen, die zum Verputz, d. h. zur
chung von Steinwänden bestimmt sind.
Denkmäler der Plastik
ich in unserer Stadt auf dem Alten Fried⸗ Herantdas Nahrungsberg; es seien die folgenden gehoben: In der
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der Außenn und Philipp Franck zu Gießen; an
Festu
Obertes onmandanten, des 1723 verstorbenen
Johann——— Langsdorff von dem Bildhauer
Bürger u Maen Sommer aus Koburg(seit 170⁵ arburg, 4 1747) und das feine, leider
neuerdings verstümmelte Barockgrabmal des 1737 verstorbenen Joh. Jakob Rambach.
An neueren Denkmälern ist Gießen arm; einzig das Liebig denkmal in der Ostanlage ragt durch seine künstlerische Schönheit heraus. Das Krieger⸗ denkmal auf dem Marktplatz leidet zumindest an den unglücklichen Platzverhältnissen; eigenartig ist das Denkmal auf dem Landgraf-Philipp⸗ Platz, das der Erinnerung an die Gefallenen des Weltkriegs gewidmet ist. Dagegen enthalten die beiden Friedhöfe eine Anzahl von Grabmälern edler Plastik.
Wirtschaft und Verkehr in der Stadt und im Kreise Gießen.
Von Handelskammersyndikus Dr. W. Zeidler, Gießen.
Gießen kann nicht, wie manche andere hessische Stadt, auf eine jahrhundertalte, wechselvolle und reiche Wirtschaftsgeschichte zurückblicken, wiewohl es an natürlichen Vorbedingungen hierfür nicht ge⸗ fehlt hat und schon frühzeitig auch von der Landes⸗ regierung alles getan wurde, um Handel und Ver⸗ kehr zu heben und zu fördern. Gießen war und blieb bis zum Anfang des 19. Jahrhunderts eine kleine Landstadt, deren Einwohner— etwa 5000— sich vorwiegend mit Ackerbau und Viehzucht, ver⸗ einzelt auch mit Wein⸗ und Tabakbau beschäftigten. Erst im Jahre 1812 hielt mit der Errichtung einer Rauch- und Kautabakfabrik durch den Dillenburger Kaufmann Georg Philipp Gail die
Industrie
ihren Einzug in Gießen. Von diesem Zeitpunkt an gibt es dann allerdings keinen Stillstand im Wirt⸗ schaftsleben der Stadt und heute ist Gießen kein langweiliges Landstädtchen mehr, sondern ein leb⸗ haft aufstrebendes Gemeinwesen, welches in den letzten Jahrzehnten eine recht beachtenswerte wirt⸗ schaftliche Entwicklung erfahren hat. Zu diesem wirtschaftlichen Aufschwung hat nicht wenig der Anschluß Gießens an das Eisenbahnnetz und damit an den großen Weltverkehr durch die in den Jahren 1850/52 erfolgte Erbauung und Eröffnung der Main—Weser⸗Bahn beigetragen, der bald weitere Bahnstrecken folgten, so daß heute Gießen der Knotenpunkt von fünf wichtigen Eisenb ahnlinien ist. Es ist ja nun eine alte Erfahrung, daß Industrie und Handel die Anlehnung an bereits vorhandene Verkehrswege mit Vorliebe suchen, und so ist eben auch die Eingliederung Gießens in das Eisenbahn⸗ netz mit eine der Ursachen dafür gewesen, daß sich seit 1850 eine weitverzweigte Industrie in der Stadt selbst sowie im Kreise Gießen angesiedelt hat und heimisch geworden ist; diese rasche wirtschaftliche Entwicklung sei ziffernmäßig nur an dem Beispiel


