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Allgemeines: Aus Stadt und Kreis Gießen 7
68. Mauer,
von denen der erstere noch vor wenigen Jahrzehnten Len oe
ie alt sichtbar war, weisen darauf hin. die Wa—6 Stadt hat wohl nur zwei Tore gehabt, und die pforte(heute verballhornt in„Walltor“) Ece 868 Pforte. Das Walltor ist an der zu such Einhorns am Eingang zum Lindenplatz an dief en. Außer den starken Grundmauern, die der 155 Stelle gefunden worden sind, nötigt auch führt der Hauptstraße, der immer durch die Tore dieser 1 in Gießen niemals verlegt worden ist, zu Recht Annahme. Das Selterstor suchte man mit ursprün der Mäusburg, aber vermutlich hat es Lesdaden an dem Plätzchen an der Wettergasse gasse en und ist erst im Jahre 1325 an die Ritter⸗ Werall Rl,den worden. Wenn man nicht 6050 Reste der ältesten Ringmauer feststellen Srrich. ist zu bedenken, daß ihr Material bei der gefunden der zweiten Ringmauer Verwendung is die en haben wird. Hier an der Wettergasse aber auffällin sich unmotivierte Erweiterung der Gasse aurt ig und wohl auf alte, später beseitigte Tor⸗ en zurückzuführen. Fahr kl Vergrößerung der bis dahin immer noch eit einen Stadt war mit der Errichtung der gekomm Ringmauer natürlich nicht zum Stillstand fest men, aber eine dritte Erweiterung der Be⸗ gung fand erst durch Philipp den Großmütigen auf ih is dahin saßen die Zugezogenen ungeschützt werke ren Höfen. Bis zur Anlage der Festungs⸗ Kapla mögen der Neue Weg, das Kreuz, die Vahnhoffrl der Reichensand, der einen Teil der gassen ofstraße bildet, die Wetzstein⸗,Zozels⸗, Hunds⸗ Renden die Gasse„in der Sonne“, deren bezeich⸗ straße“ Namen man törichterweise in„Sonnen⸗ übrige verwandelt hat, entstanden sein. Alle gelegen innerhalb der späteren Festungswälle uuden und nach diesen hinziehenden Straßen Die nach deren Errichtung gebaut. Jahre 1Westungswerke, die Landgraf Philipp im einem 1 bauen ließ, umspannten die Stadt mit Rand d ürtel, der heute noch durch den inneren ben 3 vier, leider nach den Himmelsrichtungen Sie be stan Anlagen ziemlich genau bezeichnet wird. Sränee aus Wall und breitem Graben. Der mauert nem Rasen bedeckte Erdwall war unter⸗ Abständend hatte Kasematten. In regelmäßigen ö de waren Außenwerke angeordnet, wie man und 90de bekannten Darstellungen von Merian Mütbürger ert deutlich sieht. Die älteren unserer bede Eten Sa sich noch der mit üppigem Grün estungsgl chanzen, die von der„Schur“, dem alten graben d aus auf Stegen über den„Schur⸗ verschwunden er zu erreichen waren. Sie sind Reize für en, und mit ihnen sind intime malerische Reste solch immer vernichtet worden. Spärliche We Want Werke finden sich noch in Gärten an Brauerei nlage und an der Denninghoffschen „wo die Walltorschanze noch an den
Abzweigungen des Grabens erkennbar ist. Die Aliceschule an der Kirchstraße steht auf einer Schanze, die man um sie herums orgsam abgetragen hat, und auch die Erhöhung, auf der sich das Stadt⸗ theater erhebt, ist der Rest einer Befestigung, die das Neuenweger Tor schützen sollte.
Die vier Tore der Festung lagen ein ziemliches Stück hinter den heutigen Torhäuschen, die am äußersten Ende der ehemaligen Torbastionen nach Schleifung der Werke erbaut wurden. So hat das Selterstor an der Wolkengasse gestanden, das Neu⸗ städter am Oswaldsgarten, das Walltor etwa am Oppenheimerschen Haus und das Neuenweger Tor am Gebäude der Darmstädter Bank. Alle mit Aus⸗ nahme des Walltors hatten schöne Türme, wie sie uns die Bilder von Dilich und Merian überein⸗ stimmend zeigen. Zusammen mit der alten Stadt⸗ pforte von 1325, dem Stadtkirchturm und der Stern⸗ warte des in den dreißiger Jahren des vorigen Jahr⸗ hunderts abgerissenen Universitätsgebäudes am Brand, verliehen diese Türme unserem Stadtbild einstmals ein ganz anderes Aussehen, als es die Ansichten aus der späteren Zeit bieten. Nichts ver⸗ mag den Anblick einer Stadt mehr zu beleben und seine Schönheit mehr zu heben als Türme und Wasser. Ein banausisches Zeitalter hat sich ver⸗ schworen, unsere Stadt beider zu berauben. Wäre es anders, wieviel schöner und erhebender wäre ein Gang durch das historische Gießen.
Die Museen und Galerien von Gießen.
Von Museumsdirektor Professor Helmke. 1. Das Oberhessische Museum.
Das Oberhessische Museum ist im eigentlichen Sinne ein Heimatmuseum; den äußeren Rahmen dafür bildet das sog. Alte Schloß am Brand⸗ platz, ein Bau der Landgrafenzeit, dessen Wahr⸗ zeichen, der Heidenturm, noch in der unberührten Würde der Vorzeit erhalten ist. Das Storchennest freilich, das neben ihm den Dachgiebel krönte und sozusagen zum eisernen Bestand des Schlosses ge⸗ hörte, ist verschwunden; dafür haben sich im Ge⸗ mäuer des Turmes Eulen ein Heim gegründet. Eine andere Frage ist es, ob das Schloß so ganz für die Sammlungen geeignet ist; die meterdicken Mauern mit ihren kleinen Fenstern nehmen viel Licht weg und lassen die Schönheiten und Fein⸗ heiten der ausgestellten Gegenstände nicht so zur Geltung kommen, wie sie es verdienten. Dazu kommt noch die unleidliche Raumfrage; das Museum ent⸗ hält nämlich nicht nur die Sammlungen des Oberhessischen Geschichtsvereins und der Stadt, sondern auch die Gailschen Stiftungen, und die Folge davon ist eine qualvolle Enge, die von Jahr zu Jahr schlimmer wird und schon dazu


