Geschichtliches und Sehenswürdigkeiten der Stadt Gießen
je 75 PS., zwei Gasmotore von je 150 PS. und einen von 300 PS., und vier Dampf-⸗
maschinen von je 600 PS.; also zusammen 3150 ‚'8. Für das Licht- und Kraftnetz und die Straßenbahn ist je eine getrennte Akku—
mulatorenbatterie aufgestellt. Das größten⸗
teils unterirdisch verlegte Leitungsnetz hatte am 31. März 1913 eine Gesamtlänge von 213,1 Kilometern. Am 31. März 1913 waren angeschlossen: 1352 Abnehmer mit 35718 Glüh— lampen, 478 Bogenlampen, 617 Motoren, 86 Apparate oder insgesamt ein Aequivalent von 82688 Glühlampen.
Am 8. Mai 1911 wurde mit der Gemeinde
Krofdorf⸗Gleiberg ein Stromlieferungsvertrag abgeschlossen. Die Versorgung Krofdorf-Glei⸗ berg mittels Gleichstrom konnte mit Rücksicht
auf die große Entfernung nicht vorgenommen werden. Für die Versorgung wurde Dreh— strom von 5000 Volt gewählt. Die Hoch— spannung wird in der Gemeinde Krofdorf— Gleiberg in eine Gebrauchsspannung von 120 208 Volt umgeformt.
Im August 1911 beschloß die Stadtver— ordnetenversammlung den Bau einer Ueber— landanlage, welche dem Eleltrizitätswerk angegliedert werden soll. Die Vora hbeiten
und Bauausführung wurden sofort in Angriff genommen und derartig beschleunigt, daß im November 1912 die ersten Gemeinden in
Betrieb genommen werden konnten. Die Ueberlandanlage befindet sich noch im Bau,
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so daß genaue Betriebszahlen noch nicht an— gegeben werden können.
Fleischversorgung. Der städtische Schlachthof(Rodheimer Straße 19) wurde 1887 eröffnet. Von den geplanten Er— weiterungsbauten wurden zuerst 1910 11 eine neue Schweineschlachthalle sowie Kühlhaus mit Kühl⸗ und Eismaschinenanlage hergestellt. Die Kühlung erfolgt nach Kohlensäuresystem, mittelst Trockenluftkühlers.(A. Riedinger— Augsburg.) Die Schweineschlachthalle hat als Aufhängevorrichtung das Spreitzensystem von Stohrer-Leonberg(Württemberg), das sich besonders durch seine vorteilhafte Ver— teilung auszeichnet. Bewährt hat sich auch die praktisch wichtige Entneblungsanlage (Johne-Ilversgehofen bei Erfurt). Die Fleisch— untersuchung steht unter tierärztlicher Aufsicht. Seit 1889 ist auch Trichinenschau eingeführt. Das zum Verzehr gebrachte Fleisch ist von vorzüglicher Güte und entstammt dem wetter— festen nicht verweichlichten Rind vom Vogels— berg und dem Landschwein aus der weiteren Umgebung Gießens. Zahl der jährlichen Schlachtungen s. Seite XI.
Stadtwald. Die der Stadt Gießen ge— hörigen schönen Waldungen haben einen Flächenbestand von 1286,47 Hektar Holzboden und 56,62 Hektar Wege. Die jährliche Holz— entnahme beträgt 7580 Festmeter oder 5,9 Fest⸗ meter pro Jahr und Hektar.


