Ortsübl. Tagelöhne ꝛc.— Armenpflege— Bezirkseinteilung ꝛc.
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Festsetzung der ortsüblichen Tagelöhne gewöhnlicher Tagearbeiter, sowie der Durchschnittswerte der Naturalbezüge.
Die ortsüblichen Tagelöhne gewöhnlicher Tagearbeiter sind für die Stadt Gießen wie folgt festgesetzt worden: ö 1. für männl. Pers. über 16 Jahre Ml. 3.10
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2.„weibl.„ 210 3.„männl.„ unter 10*„ 4.„ weibl. 16„ 20
5. f.männl.u. weibl. Pers.unt. 16 Jahre Mk. 0.80 Die Durchschnittswerte der Naturalbezüge
sind z. Zt. festgesetzt:
Wohnungen alleinstehender Betriebsbeam— ten, Gewerbe- und Handlungsgehilfen, Dienst— boten ꝛc. jährlich 84 Mk., Familienwohnung 200 Mk. Freie Kost für männliche und weib— liche Personen: a) Morgenkaffee 10 Pfg., p) Frühstück 15 Pfg., e) Mittagessen 55 Pfg., d) Vesper 10 Pfg., e) Abendbrot 35 Pfg.) volle Kost zusammen 1.25 Mäk. oder jährlich rund 450 Mk. Heizung 20 Mh. Beleuchtung jährlich 10 Mk.
Ausübung der offenen Armenpflege.
§ 1. In der Ausübung der Armenpflege wird die Armendeputation der Stadt Gießen unterstützt durch Bezirksvorsteher und Armen⸗ pfleger.— Jeder stimmberechtigte und wahl— fähige Einwohner der Stadt ist verpflichtet, die Wahl zu einem solchen Amte in der städtischen Armenpflege nach Maßgabe der Art. 112 und 113 der Städte-Ordnung an— zunehmen.
§ 5. Die Armenpfleger eines Bezirks treten regelmäßig alle 14 Tage einmal zur Bezirks⸗
versammlung unter dem Vorsitze des Bezirks— vorstehers zusammen.
§ 6. Jedes erstmalige Gesuch um Armen— hilfe aus städtischen Mitteln muß mündlich bei dem Städtischen Armenamt vorgebracht werden.
Bei wiederholtem Unterstützungsgesuch hat sich der Hilfesuchende unmittelbar an seinen Armenpfleger zu wenden, welcher danach seinerseits den erforderlichen Antrag bei der Bezirksversammlung stellt.
Bezirkseinteilung, Bezirksvorsteher und Armenpfleger
J. Bezirk: Bezeichnung der Straßen: Brandgasse, Brandplatz, Braugasse, Bückingstraße, Hundsgasse, Kanzleiberg, Kaplaneigasse, Landgrafenstraße, Linden— gasse, Lindenplatz, Marburger Straße, Ost-⸗Anlage Nr. 3—15, Rodberg, Schloß— gasse, Senckenbergstraße, Walltorstraße, Wiesecker Weg, Wiesenstraße. Bezirksvorsteher: Wilhelm Riebel, Zeugwart. Stellvertreter: Friedr. Rehnelt, Univ.-Garten-Inspektor. Armenpfleger: Jakob Atzbach, Steinmetzmeister Justus Christ, Druckereibesitzer Georg Hainer, Schreinermeister Wilhelm Löber, Bäckermeister August Michel, Kaufmann Wilhelm Schmitt, Glasermeister. Armenpflegerinnen: Frau Fabrikant Fritz Egly. ö Frau Sanitätsrat Dr. Fritz Haupt Ww. II. Bezirk: Bezeichnung der Straßen: Bergstraße, Diezstraße, Eichgärten, Erd— kauterweg, Gartenstraße, Georg-Philipp— Gail⸗Straße, Großer Steinweg, Guten— bergstraße, Hessenstraße, Kaiser-Allee,
Landmannstraße, Licher Straße, Ludwigs—
platz, Moltkestraße, Nahrungsberg,
Neuen Bäue, Ost-Anlage von Nr. 29
ab, Roonstraße, Schiffenberger Weg, Schul-⸗
straße, Sonnenstraße von Kanzleiberg bis
Schulstraße, Wolfstraße. Bezirksvorsteher:
Heinrich Fourier,
Ortskrankenkasse.
Stellvertreter:
Christian Inderthal, Fabrikant. Armenpfleger:
Ludwig Bechker, Lehrer
Emil Dörr, Spenglermeister
Hans Karl Fießer, Fabrikant
Prof. Dr. Karl Noll, Oberlehrer
Heinrich Schneider, Buchhändler
Heinrich Steinhäuser, Buchbindermeister. Armenpflegerinnen:
Frau Amtsgerichtsrat Ernst August Hirsch,
Frau Oberlehrer Dr. Albert Klein.
Geschäftsführer der
III. Bezirk
Bezeichnung der Straßen: Alicestraße von Nr. 11ab, Bismarckstraße, Bleichstraße, Bruchstraße, Dreihäusergasse, Ebelstraße, Erlengasse, Goethestraße, Hen— selstraße, Johannesstraße, Keplerstraße, Kreuzplatz, Leihgesterner Weg, Lessing—


