besteht seit 1605, war zuerst im Rathause, ann in dem Hause Neuen Bäue 2, später im
Senckenbergischen Hause am Landgraf⸗Philipp⸗ Platz(heute Kreisamtsgebäude) unterge⸗ bracht und befindet sich jetzt süd⸗Anlage6. Das 1837 gegründete Realgymnasium ist in einem stattlichen Gebäude zusammen mit der jetzt zu einer Oberrealschule erhobenen Realschule untergebracht(Ludwigstr. 11). Für
die höhere und erweiterte Mädchen⸗
schule ist ein stattlicher Bau in der Nord⸗
Anlage errichtet worden. Das alte Schul⸗
haus(Schillerstraße 8) wird für die Stadt⸗
mädchenschule benutzt. Für die Stadt⸗ knabenschule ist ein schönes neues Haus
Nord⸗Anlage 8 vorhanden. Außerdem dient
den Zwecken der Volksschule das Schulhaus
West⸗Anlage 43, je zur Hälfte für Knaben
und Mädchen. An gewerblichen und sonstigen
Fortbildungsschulen sind zu erwähnen die
Aliceschule, für Frauenbildung u. Erwerb Kirchstr. 20), Haushaltungsschule Steinstr. 10), ortbildungsschule(Stadtknabenschule,
Rord⸗Anlage 8), Kaufmännische Fach⸗
schule(Nord⸗Anlage 15). Das Gewerbe⸗
haus(Kirchstr. 16), in welchem die Großh.
Gewerbeschule und die Handwerker⸗
Sonntagszeichen⸗Schule untergebracht
worden ist, wurde vom Ortsgewerbeverein ießen für die Summe von rund 100 000
ark(ohne Bauplatz) in den Jahren
1906— 1908 unter der Präsidentschaft des
Kommerzienrats Heyligenstaedt erbaut. Das
Gebäude— an der Kirchstraße 16— enthält
im Erdgeschoß einen Fest⸗ und Versamm⸗ ungsraum mit anstoßendem Beratungszimmer,
die Schuldienerwohnung und bis auf weiteres
eine Mietwohnung. Das 1. und 2. Ober⸗ geschoß dienen ausschließlich Schulzweckhen; darin sind 8 Lehrsäle, Direktions⸗ und Lehrer⸗ zimmer, Bibliothek, sowie Räume für Kon⸗ struktions⸗, mechanische und physikalische Modelle untergebracht. Das Kellergeschoß enthält große Modellierräume, die künftig praktischen Unterrichtszwecken dienstbar ge⸗ infeht werden sollen. Die Beleuchtung ist nsofern neu und für andere Schulgebäude eachtenswert, als nicht wie sonst üblich
Dechenbeleuchtung, sondern Wandbeleuchtung
Awilcher zwar hier nur an den Pfeilern
ischen den Fenstern— angebracht worden
ma wodurch im ganzen Raume eine gleich⸗ schtiche Erhellung erreicht wurde. Eine Be⸗
9 igung dieser vorzüglichen Einrichtung ist Muses: zu empfehlen.
Das useen, Sammlungen, Ausstellungen ete. c‚i Museum des Oberhessischen Ge⸗ athanse in dag⸗ ist 1905 aus dem alten
verb ause in das alte Schloß(Brandplatz 2)
Altertubt, es enthält eine Sammlung von mgegend. 5 insbesondere aus Gießen und
darunter sehenswerte prähistorische
Geschichtliches unde Sehenswürdigkeiten der Stadt Gießen
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Gegenstände, sowie hervorragende germanische und römische Funde. Besuchszeit von 11 bis 1 Uhr, an Sonn⸗ und Feiertagen unentgeltlich, an Wochentagen für 50 Pfennig. Im neuen Schlosse(Landgraf⸗Philipp⸗Platz 2) ist das erst im vorigen Jahre gegründete ethnogra⸗ phische Museum untergebracht. Besich⸗ tigung Sonntags von 111 Uhr unentgelt⸗ lich, Mittwochs von 3-5 Uhr für 50 Pfg. Die Kunstausstellun g des Kunstvereins für das Großherzogtum Hessen, Zweigverein Gie⸗ ßen, im oberen Stock des Turmhauses(Brand⸗ platz 3) bietet drei⸗ bis vierwöchentlich wech⸗ selnde Ausstellungen neuerer Meister, ist geöffnet von 11—1 Uhr, außer Samstag, für Mitglieder unentgeltlich, für Nichtmitglieder Sonntags gegen 20 Pfg., an Wochentagen gegen 50 Pfg., für Studenten gegen 20 Pfg. Eintrittsgeld. Gipssammlung des archäologischen Instituts freien Emtrut 23) im Sommer geöffnet gegen reien Eintritt Montag, Mittwoch, Freitag von 11—12 Uhr, Dienstag, Donnerstag von 4—5 Uhr, im Winter Dienstag 4-5, Freitag 11 bis 12 und Sonntag 12—1 Uhr. Botanischer Garten(Senckenbergstraße 6), 1609 angelegt, enthält manche Seltenheiten und ist neuerdings durch ein Palmenhaus und ein größeres Warmwasserbecken vervollständigt. Täglich geöffnet(außer mittags von 12—1 Uhr). Das Stadttheater wurde in den Jahren 1905— 1907 nach Plänen der Architekten Fellner und Helmer in Wien und H. Meyer in Gießen von Letzterem erbaut und am 23. Juli 1907, acht Tage vor dem 300 jähr. Jubiläum der Universität, eingeweiht. Der Bau, dessen Außenarchitektur in Gliederung und Aufbau der Antike entlehnt ist, während die Formen modern sind, verdankt seine Ent⸗ stehung der Opferwilligkeit von 600 Gießener Einwohnern, welche insgesamt rund 400000 Mark ohne Anspruch auf Zinsen und Rückzahlung stifteten; die Stadt Gießen gab dazu den Bauplatz und 50 000 Mark und lieh weiter ein zu verzinsendes Kapital von 200000 Mark. Mit der Summe von 650 000 Mark ist der ganze Bau einschl. eines großen Dekorationsfonds bestritten. Das Gebäude steht in der Süd⸗Anlage mit der Front, deren bildnerischer Schmuck von Bildhauer Jäger⸗Berlin stammt, nach der Bürgermeisterei gerichtet und enthält in Parkett und zwei Rängen 801 und mit den Orchesterplätzen 833 Sitzplätze. Ueber dem Vestibül liegt das prunkvoll eingerichtete Foyer. Die Bühne ist 19 mbreit und 11 m tief, die Hinterbühne 13,4 m breit und 6 m tief, die Bühnenöffnung beträgt 9547 m. Ueber der Hinterbühne liegt ein Malersaal von 118 qm Fläche. Zu beiden Seiten der Bühne befinden sich die Ankleideräume, die Kostümgarderoben, die Kulissen⸗ und Möbel⸗ magazine, die Bureauräume ete. Im


