Jahrgang 
1906
Seite
VI
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Geschichtliches und Statistisches von Gießen

VI

Uebertrag 2344

Stiere 3 607 ferde 13⁴4

älber 6468 Schweine 11395 Hämmel 849 Schafe. 32¹1 Ziegen 39 Spanferkel 43 zusammen 22200

Badeanstalten. Das Gießener Volksbad

hat im Jahr 1904 verabreicht: Schwimmbäder. 74,216

Wannenbäder. 18,626 Schwitzbäder 2,0⁴⁸ Brausebäder. 23,789

zusammen 118,679 Im städt. Freibad wurden im Sommer 1905 34,773 Bäder genommen.

Sehenswürdigkeiten.

Badeanstalten. Das Gießener Volks⸗ bad A.⸗G.(Seltersweg 58 A) ist in den Jahren 1897- 98 für 200,000 W errichtet. Die Bausumme ist inzwischen durch Neu⸗ anlage von 9 Brausebädern, mechanischer Ein⸗ richtung der Wäscherei und elektrischer Anlage auf 210,000& gestiegen. Der in deutscher Renaissance gehaltene Blendsteinbau ist von den Architekten Stein& Meyer errichtet und die maschinellen und Badeeinrichtungen sind nach modernen hygienischen Gesichtspunkten von der Firma H. Schaffstaedt gemacht. Das allen Anforderungen der Neuzeit entsprechende Badehaus enthält in der Schwimmhalle mit 32 Einzelauskleidezellen und mehreren Reini⸗ gungszellen ein Schwimmbecken von 9,8 m Breite und 19,5 m Länge bei einer Tiefe von 0,8-2,8 m, ferner 18 Wannenbadezellen und 8 Zellen für römisch⸗irische Bäder, sowie 21 Brausebadezellen. Verabfolgt werden Schwimm⸗, Wannen⸗, Dampf⸗, römisch⸗irische sowie medizinische Bäder, Brausebäder und Massagen. Preise und Badezeiten siehe Seite 308. Das städtische Freibad an der Lahn wurde im Sommer 1905 zu 34,773 Bädern benutzt. Ferner sind an der Lahn noch zu erwähnen das Männerbad des Männerbadevereins und die früher Rüb⸗ samen'sche Badeanstalt von Philipp Müller.

Bibliotheken. Die Gr. Universitäts⸗ Bibliothek(Keplerstraße 2) ist 1901- 1904 in modernisiertem deutschen Barockstile nach den Plänen des Bauinspektors Becker er⸗ baut. Die Baulosten, einschließlich der Ein⸗ richtung, betragen 526,000. Gegründet 1612, zählte die Bibliothek am 1. April 1905 205,512 Bände, 83,000 Dissertationen und Programme, 1250 Wiegendrucke, 1500 Hand⸗ schriften, 550 Urkunden. Vermehrungsetat:

22,825 14. Geschäftsstunden siehe Universitäts⸗ behörde Seite 268.

Der öffentlichen Bücher⸗ und Lese⸗ halle des Gießener Lesehalle⸗Vereins im Torhäuschen(Seltersweg 93), gegründet 1898, werden von der Stadt die Räume unentgelt⸗ lich gewährt, sowie ein Barzuschuß von jähr⸗ lich 400. Die Kreiskasse bewilligt jährlich 150, von Mitgliedern ꝛc. gehen jährlich ca. 1750 ein. 1903/04 wurden 23,052 Bände ausgeliehen. Sie besitzt 5000 Bände und 157 im Lesegimmer aufliegende Zei⸗ tungen und Zeitschriften aller Richtungen. Die Benutzung steht jedem unentgeltlich frei; Schüler sind ausgeschlossen. Der erste Katalog, für 20 Pfennig erhältlich, wurde 1904 ge⸗

druckt. Geschäftsstunden sieheVereine Seite 284. Denkmäler. Das Standbild des großen

Chemikers Justus von Liebig ist 1890 in der Ost⸗Anlage errichtet, ausgeführt in weißem Marmor von dem Verliner Bildhauer Schaper. In der Nord⸗Anlage vor dem Neubau der höheren Mädchenschule befindet sich der 1892 errichtete Marmor⸗Denkstein für den um die Forstwirtschaft hochverdienten Professor Heyer. Auf dem Marltplatze steht das vom Darmstädter Bildhauer Habich 1900 ent⸗ worfene und ausgeführte Kriegerdenkmal. In der Vorhalle des gegenüber stehen⸗ den alten Rathauses sind auf zwei metallenen Tafeln die Namen der Offiziere und Soldaten aus Gießen verzeichnet, die als Angehörige des damaligen 2. Infanterie⸗ Regiments am Feldzuge 1870/71 teilgenom⸗ men haben. An dem neuen Schlosse ist ein großer Sandsteinblock eingelassen, auf dem das Hessische Wappen ausgehauen ist. Das Wappenschild trägt die Inschrift: Zum Ge⸗ dächnis Landgraf Philipps des Groß⸗ mütigen, der im Jahre 1533 dieses Haus errichtet hat. Den 13. November 1904. An dem gegenüberliegenden Regierungsgebäude ist eine Gedenktafel für den Freiherrn Re⸗ natus, Karl von Senckenberg, Ge⸗ lehrten und Wohltäter, errichtet, der dort gewohnt hat. Das Eckhaus Sonnenstraße 15 trägt eine Tafel zur Erinnerung daran, daß es Ludw. Friedr. Jul. Höpfner, Pro⸗ fessor der Rechte und Freund Goethes, be⸗ herbergte. In dem Hause Neuen Bäue 9 ist Julius Dietz, der Begründer der romanischen Philologie, geboren, was eben⸗ falls durch eine Tafel kenntlich gemacht ist. Das Haus West⸗Anlage 7 trägt eine Gedenk⸗ tafel für den hervorragenden Philosophen und Schriftsteller Karl Hillebrand, der dort am 17. September 1829 geboren ist, und eine Tafel am Hause Frankfurter Straße 11 zeigt an, daß der Professor der Theologie C. A. Credner dort von 1832 1857 ge⸗ wohnt hat. Zu Ehren des 1904 verstorbenen