+Xaohtrag.
Aus dem trefflichen Werke K. Weitbrechts¹) führe ich an- hangsweise die für seine Auffassung des Dramatischen bezeich- nendsten Sätze an, soweit sie für uns in Betracht kommen:
1. Das Drama ist eine aus Willenskonflikten aufsteigende, durch Willens konflikte zu einheitlicher Handlung verkettete und durch Willenskonflikte interessierende, zusammenhängende Reihe von Begebenheiten, welche einem zuschauenden Publikum auf einem bestimmten Schauplatz als lebendiges Spiel vor die ästhetische Anschauung gestellt wird(p. 46).
2. Das dramatische Spiel kann also die Willensvorgänge dem Zuschauer nicht vorstellen, ohne zugleich auch allerlei Gemüts- bewegungen des wollenden Menschen auf dem Hintergrunde seines Gesamtcharakters zur ästhetischen Anschauung zu bringen. Und an der Anschauung dieser Begleiterscheinungen*²) der Willensvorgänge, der Triebe, Affekte, Stimmungen, Gefühle, wie sie teils den Willen motivieren, teils durch ihn ausgelöst werden, nehmen wir ein ähnliches Interesse wie am Willen selbst(p. 40).
3. Wie ein lyrisches, so enthält das Drama ein episches Moment, den Vorgang des Aussenlebens, die äussere Aktion (p. 42).
¹) Das deutsche Drama, Grundzüge seiner Ksthetik. Berlin(1900). Leider kann ich auf eine Kontroverse dieser Ansicht, wonach das Wesen des Drama- tischen im Willenskonflikte liegt, nicht mehr eingehen.
²) Eine glücklich gewählte Bezeichnung!


