Jahrgang 
1901
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18

Von Herrn Betriebsführer Lehmann, Grube Klara mehrere seltene Versteinerungen aus der Braunkohle.

Von Herrn Kaufmann Kittel ein kanadischer Asbeststein.

Von der Firma Czulius, Thiemann& Co., Petershain eine Luftpumpenglocke, zwei Chlorcalcium- Cylinder, sieben Flaschen verschiedener Form.

Von Herrn Kaufmann Rechnitz zwei ausländische Eidechsen.

Von Herrn Kaufmann Ew. Schmidt acht Gesteine aus dem Stassfurter Salzbergwerk.

Vom Berichterstatter ein Abschnitt des Uferkabels Warnemünde-Gjedser.

V. Stiftungen für Schüler.

Der vom Herrn Direktor Dr. Heine begründete Schülerunterstützungsfonds, der auf der städtischen Sparkasse angelegt ist, belief sich bis dahin auf 471,31, wozu die Zinsen und 20 Dankopfer der Primaner W. Fesca und K. Simon kommen, so dass er sich jetzt auf 502,90 beläuft, nachdem 3 abgehoben sind, um einem fleissigen Schüler die Teil- nahme an dem Klassenausfluge zu ermöglichen(20. Juni).

Allen Gebern freundlichen Dank!

VI. Chronik der Anstalt.

Kurz vor Beginn des Schuljahres wurde der wiss. Hilfslehrer Herr Rudolf Meyer als Oberlehrer an das Königliche Gymnasium in Kempen berufen. Für mehrjährige, treue Mit- arbeit sei ihm auch in diesem Rückblick herzlich gedankt. An seine Stelle trat der Probekandidat Herr Hermann Paepcke. Zugleich wurde der Mittelschullehrer Herr Kussmann als Lehrer a. d. R. eingeführt. Herr Wehlan war während des Sommers beurlaubt und übernahm erst zum Winter einen Teil seines Unterrichts, den er erfreulicher Weise ohne Störung durchführen konnte. Herr Schreiber II blieb krankheitshalber das zweite Vierteljahr dem Unterrichte fern und wurde durch den Volksschullehrer Herrn Wilh. Kedlich vertreten, der auch den Winter an der Anstalt verblieb. Denn Michaelis folgte Herr Oberlehrer Krause, dem die Schule zu vielem Dank verpflichtet ist, einem Rufe an das Marienstifts-Gymnasium zu Stettin, und seine Stelle konnte wegen des Mangels an Naturwissenschaftlern nicht wieder besetzt werden.

Am 30. Mai wurde Herr Oberlehrer Dr. Brass auf drei Tage zum Breslauer Geographen- Tage beurlaubt, und im Anschluss an die grossen Ferien erhielt Herr Oberlehrer Dr. Nien- kirchen vierzehn Tage Urlaub zur Teilnahme an einem französischen Ferienkursus; die Ver- tretung beider übernahm das Kollegium bereitwilligst.

Am 18. September fand sich in der Aula zu der französischen RKecitation des Herrn Professor Jouffret aus Marseille eine zahlreiche Zuhörerschaft ein, die sich aus Schülern und Schülerinen der hiesigen höheren Lehranstalten, aus Damen und Herren des Lehrerstandes von Cottbus, Forst und Lübben sowie anderer Kreise zusammensetzte. Aus dem Beifall, den Herr Jouffret erntete, darf wohl geschlossen werden, dass alle Anwesenden eine genuss- und lehr- reiche Stunde verlebt hatten, und es darf wohl auch die Hoffnung ausgesprochen werden, dass derartige fremdsprachliche Recitationen häufiger stattfinden oder doch wenigstens jedes Jahr einmal wiederkehren möõchten.

Der Königl. Provinzial-Schulrat Herr Geheimrat Genz, unterzog die Anstalt am 6. bis 8. Juni einer eingehenden Revision und besuchte am 17. Januar einige Unterrichtsstunden.

Am 12. August wurde in der Aula die Trauerfeier zum Gedächtnis der Kaiserin Friedrich veranstaltet, die Ansprache hielt der Berichterstatter. Die vaterländischen Gedenk- tage, die Geburts- und Sterbetage der Kaiser Wilhelm und Friedrich sowie der Sedantag, wurden in der üblichen Weise gefeiert.

Am 27. Januar versammelten sich die Vertreter der städtischen Behörden, die Eltern unserer Schüler und die Klassen der Hauptanstalt zur Feier des Geburtstages Sr. Maj. des Kaisers und Königs in der festlich geschmückten Aula. Die Festrede hielt Herr Oberlehrer Nienkirchen.