Jahrgang 
1841
Einzelbild herunterladen

41

Durch Hochverehrliches Reſeript des Königlichen Hochlöblichen Provinzial⸗Schul⸗Collegiums vom 16. Auguſt 1841 wurde Profeſſor Dr. Axt benachrichtigt, daß Se. Majeſtät der König mittelſt Allerhöchſter Cabinets⸗Ordre vom 14. v. Mts zu genehmigen geruht haben, daß ihm die bisher inte⸗ rimiſtiſch von ihm verwaltete Direction definitiv übertragen werde.

Hinſichtlich der Montags und Donnerstags, Dienſtags und Freitags ſtatt findenden gemeinſa⸗ men Morgenandachten hielt es das Lehrercollegium für angemeſſen, daß an denſelben ſämmtliche Leh⸗ rer Theil nehmen, welche um 8 Uhr Lectionen haben und daß dabei immer ein geeigneter Choral⸗ Ffang angeſtimmt werde. Ebenſo wurde bei eingetretenen Ferien die Schule durch Geſang und ein

ibei bf Religionslehrers Dr. Schirlitz und mit einer kurzen Rede des prov. Directors geſchloſſen und eröffnet..8

Das Amt eines Bibliothekars der Bücherſammlung für die Schüler wurde von der Direction dem Oberlehrer Dr. Fritſch übertragen, welcher ſich ſehr gern dazu bereit erklärt hatte; von ihm wurde mit Hülfe einiger Schüler ein Katalog angelegt. Die Bibliothek iſt den Schülern in der Woche zwei⸗ mal zu beſtimmten Stunden geöffnet, wo ihnen der Bibliothekar die gewünſchten Bücher verabreicht, und jeder Schüler iſt verpflichtet, ſich für eine angemeſſene Zeit Bücher geben zu laſſen und nach⸗ zuweiſen, welche er geleſen hat.

Gleicher Weiſe wurden dem Herrn Oberlehrer Graff, als Bibliothekar der Gymnaſial⸗Biblio⸗ thek, die ſämmtlichen Programme für die letztere übergeben, um ſie zu ordnen und einzutragen und in eigends dazu angefertigten Kapſeln aufzuſtellen, nächſtdem aber in ebenfalls eigends dazu angefer⸗ tigten Mappen bei den Lehrern der Anſtalt zugleich mit den Jahn'ſchen Jahrbüchern und dem Rheini⸗ ſchen Muſeum durch den Pedell nach angemeſſenen Zeiträumen circuliren zu laſſen; welches Geſchäft derſelbe mit gleicher Bereitwilligkeit übernahm und vollzog.

Vorſchriftsmäßig wurden die Semeſtercenſuren bereits zu Oſtern nach der Verfügung vom 17. December v. Is abgefaßt. Vergl. Verfüg. 1. No. 9.

Die geſetzlichen Monatsprüfungen in den verſchiedenen Unterrichtsfächern wurden regelmäßig angeſtellt; ebeuſo die vorſchriftsmäßigen Lehrerconferenzen gehalten, in einem eigends und neu dazu eingerichteten und mit dem Nöthigen ausgerüſteten Zimmer.

Mittelſt hochverehrlichen Reſcripts des Königl. Hochlöbl. Provinzial⸗Schul⸗Collegiums vom

4. May a. c. erhielt Herr Oberlehrer Graff eine Gratification von 35 Rthlr. als Bibliothekar; DHerr Oberlehrer Dr. Fritſch eine Gratification von 40 Rthlr. mit Beziehung auf die Koſten ſeiner Badecur im vorigen Sommer.

Die Abiturienten⸗Prüfung zu Oſtern und Michaelis wurde unter Vorſitz des Königl. Regie⸗ rungs⸗ und Schulrathes Herrn Dr. Korten abgehalten.

Im May beehrte uns auch Herr Regierungsrath Dr. Fallenſtein mit ſeinem Beſuche und zu An⸗ fange des Juny bei Gelegenbeit der Kreisſynode der Herr Generalſuperintendent Konſiſtorialrath Kupper.

Wie bisher, wurden auch in dieſem Jahre dem Gymnaſium von dem Wohllöblichen Magiſtrat Lhn kdaltern ennhoz gurigſt gewährt; wofür wir nicht unterlaſſen, Wohldemſelben unſern ſchulrigen

ank zu ſagen.

Oeffentliche Belobung verdient das beſonnene, menſchenfreundliche Betragen des Secundaners Adolph von Wittgenſtein aus Wittgenſtein, womit ſich derſelbe des neunjährigen Wilhelm Krü⸗ ger annahm, welcher von einem ſchroffen Felsabhange geſtuͤrzt war und mit lebensgefährlicher Beſchä⸗ digung am Boden lag..

Mehrere Localitäten der Gymnaſialgebäude wurden geſäubert und fuͤr ihre regelmäßige Rein⸗ haltung zweckdienliche Vorkehrungen getroffen. An den Schulgebäuden und im Hofe wurden mehrere Reparaturen vollführt, namentlich das Geländer im letztern wiederhergeſtellt und zur Verhütung von Unglücksfällen auch die ſteinerne Treppe mit einer Lehne verſehen. Für die Aula wurde ein neuer Ka⸗ theͤenn angefertigt ein kleiner unterhalb des größern, füͤr die examinirenden Lehrer und Vorträge hal⸗ tende chüler.

Der leidende Geſundheitszuſtand mehrerer Lehrer, beſonders im Winterhalbjahre, verurſachte bis⸗ weilen um ſo größere Verlegenheiten bei Beſchränktheit der uns zu Gebote ſtehenden Kräfte zur Aus⸗ hülfe, da oft mehrere Lehrer zugleich erkrankten. Ganz ungeſtört war die Geſundheit der Herren Dr.