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und am Schullehrerſeminar ſtand, hierher an die Stelle des Herrn Falk, welcher in gleicher Qualität an die höhere Stadtſchule nach Sobernheim ging, berufen wurde.
un Grünbonnerstage genoſſen die Lehrer und Schüler der Anſtalt zum erſten Male ge⸗ meinſam das heilige Abendmahl, nachdem ſie ſich im großen Schulſaale auf die feierliche Handlung andächtig vorbereitet hatten. Dieſe in vielen Gymnaſien altherkömmliche Ge⸗ wohnheit einer geineinſamen Feier ſoll nach unſerm Wunſche jährlich wenigſtens Ein Mal ſtattfinden.
Der Geburtstag Sr. Majeſtät des Königs wurde im Schulſaale mit Chergeſang und einer Rede des Primaners Karl Lindenborn„Von den Segnungen des Friedens“ in gebührender Achtung gefeiert.
Einige Lehrer wurden im Laufe des Jahres von länger danernden und ſchwerern Krank⸗ heiten heimgeſucht: Herr Oberlehrer Lambert im November v. J. über 2 Wochen und faſt den ganzen December durch; Herr Oberlehrer Dr. Schirlitz lag den ganzen Februar gefährlich darnieder; endlich wurde Herr Oberlehrer Graff, bald nach den erſten Tagen des Auguſt, durch einen ſtarken Blutauswurf ſo geſchwächt, daß er auf den Rath des Arztes in ein Bad ging. In allen dieſen Fällen wurde durch wirkliche Stellvertretung, durch Combi⸗ nationen, oder wenigſtens durch verſtärkte Aufgaben der Stundenausfall, ſo gut es die Um⸗ ſtände verſtatteten, gedeckt. Wir fühlen aber dabei immer, daß unſre dermaligen Lehrerkräfte auf ſolche Ereigniſſe nicht organiſirt und vorherberechnet ſind, und bitten daher zu Gott, er möge uns alle bei Kraft und Geſundheit für unſern Beruf erhalten.
Noch iſt kürzlich zu erwähnen, daß gegen Ende des vorigen Jahres ungünſtige Stim⸗ men über dieſe ſchon hart und vielfach bedrängte Anſtalt bis zu den oberſten Behörden drangen, aber nach ſorgfältiger Abhörung beſſer unterrichteter Stimmen eben ſo gründlich gedämpft wurden, als ſie grundlos laut gewerden waren. Das Gymnaſium erfreute ſich der beſondern Genugthuung, ſowohl in der Aufmerkſamkeit und Anerkennung ſeiner Behörden tiefer zu wur⸗ zeln, als auch das Vertrauen des Publicum ſtatt geſchwächt, vielmehr geſtärkt zu ſehen, in⸗ dem ihm ſofort eine ungleich größere Anzahl Zöglinge, als lange vorher, aus verſchiedenen Gegenden übergeben wurden. Möge es endlich einmal ſeine Drangperiode hinter ſich haben, und in ruhiger und ungehemmter Entfaltung einer immer größern Vollkommenheit nach⸗ ſtreben können!


