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Vieles Andere wohl kann man in Hellas ſehen, Manches auch hören, was der Be⸗ wunderung werth iſt, ganz vorzüglich aber offenbart ſich in den Feierlichkeiten zu Eleuſis und in den Kampfſpielen zu Olympia ein gotterfüllter Sinn.
Den heiligen Bezirk oder Alſos des Zeus nennen ſie von Alters her mit einiger Veränderung Altis; wie denn auch von Pindares in einem Geſange auf einen Olympiſchen Sieger dieſer Ort Altis genannt wird. Der Tempel nun nebſt der Bildſäule des Zeus wurde von der Siegesbeute errichtet, als die Eleier Piſa und alle Umwohner, welche mit den Pi⸗ ſäern abgefallen waren, durch Waffengewalt bezwungen hatten. Daß Pheidias die Bild⸗ ſäule gearbeitet habe, bezeugt auch die Inſchrift, die unter den Füßen des Zeus ſteht:
Pheidias Charmides Sohn ein Athener hat mich gebildet. Die Bauart des Tempels iſt doriſch und von außen umgibt ihn eine Säulenhalle. Das Material beſteht aus einem inländiſchen Steine Poros. Die Höhe und zwar bis zum Giebel hinauf beträgt acht und ſechzig, die Breite fünf und neunzig und die Länge zwey hundert und dreyßig Fuß. Der Baumeiſter war ein Eingeborner, Namens Libon. Die Dachbedek⸗ kung iſt nicht von gebrannter Erde, ſondern ven Steinen, welche nach Art der Ziegel aus Penteliſchem Marmor geſchnitten ſind. Dieſe Erfindung ſoll einem Naxier Namens Byzes angehören, von dem auch die Bildſaulen auf Nares ſeyn ſollen, welche die Inſchrift haben:
Leto's Sproſſen mich ſchuf ein Naxier treffliches Kunſtſinns, Byzes Sohn, der zuerſt Ziegel aus Marmor gemacht.
Dieſer Byzes lebte um die Zeit des Lyders Alyattes und des Aſtyages, Kyaxares Sohnes, der König in Medien war. 1
pindaros. Olymp. 10, 55. Der Tempel nun: er ſtand am ſüdöſilichen Ende der heiligen Altis.
unter den Füßen des Zeus d. h. auf dem Thranion oder Fubßſchemel, der weiter unten beſchrieben wird.
außz einem inländiſchen Steine Poros. Dieſer Stein, der ebenfalls zu Bildſäulen gebraucht wurde und ſich auch in Aegypten fand(Herod. 5, 62.), war nach Theophraſtos eine Art Marmor, an Farbe und Dichtheit dem Pariſchen ähnlich, aber von der Leichtigkeit des Tufſteins.
Leto's Sproſſen: Apollon und Artemis. 4 Byzes Sohn iſt Byzes. Der Sohn hatte gleichen Namen mit dem Vater, wie nicht ſelten bey den Hellenen. So bedarf es keiner Aenderung im Texte,


