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Gedicht des Primaners Moritz Carriere, uͤberreicht im Namen ſeiner Mitſchuͤler beim Abſchiede des Lehrers.
Die kann man drei⸗ und mehrfach glüchlick nennen, Die wohl von einem Edlen ſind geführt, Der ſie für's Gute lehrt in Lieb' entbrennen, Für's Schöne, das die Herzen mächtig rührt, Der ſie das Licht der Wahrheit lehrt erkennen, Und zeigt, wie ihr der erſte Rang gebührt: Da ſtrebt an Geiſt und Körper friſche Jugend Nach Licht und Wahrheit, Kraft und Mannestugend.
So haben wir auch glücklich uns geprieſen
Und froh der Wiſſenſchaft den Geiſt geweiht: Du zeigteſt uns das tiefverſteckte Fließen
Des Wahrheitsborns, der immer ſich erneut; Du zeigteſt uns, wie Edles muß erſprießen,
Wann guter Saame nur ward ausgeſtreut; Du führteſt uns zum Heiligthum des Schönen, Das Aug' ans Ideale zu gewöhnen.
Wohl wußteſt Du die Liebe zu entflammen Für Griechenthum, für Kunſt und Wiſſenſchaft; Wir ſtauneten in Wonne ja zuſammen Ob jenes Volkes hoher Götterkraft, Die ewig leuchtend in erneuten Flammen Und ewig wirkend Herrliches erſchafft. Der Alten Geiſt haſt Du heraufbeſchworen, Den ſich Natur zum Liebling auserkoren.


