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Zweiter Abſchnitt. Chronik der Anſtalt.
Das Schuljahr wurde Montag den 13. October 1851 mit dem Beginne des Winter⸗Semeſters in üblicher Weiſe eröffnet. Das Sommerhalbjahr nahm am 19. April 1852 ſeinen Anfang. Der geſammte Jah⸗ reskurſus wurde, mit Gottes Hülfe, ohne weſentliche Störungen ſeinem Schluſſe zugeführt. Einzelne Erſchei⸗ nungen des Unwohlſeins im Kreiſe des Lehrercollegiums, während beider Semeſter, ſowie auch ſonſtige perſön⸗ liche Verhinderungen waren nicht von langer Dauer. Auch der Geſundheitszuſtand der Schüler war, abgeſehen von mehrfachen Erkältungsübeln, welche namentlich in den Monaten Februar, März, April und Mai hervor⸗ traten, im Allgemeinen befriedigend.
Der Geburtstag Sr. Majeſtät des Königs wurde am 15. October, Vormittags 10 Uhr, in der feſtlich geſchmückten Aula durch einen beſonderen Schulactus in folgender Weiſe gefeiert. I. Choralgeſang„In deiner Stärke freue ſich der König allezeit“(Lied 858 des Berliner evangeliſchen Geſangbuches V. 1 bis 3.) und Gebet, geſprochen von Herrn Profeſſor Dr. Schirlitz. Choral: V. 4 und 5 des vorgenannten Liedes.— II. Vorträge einzelner Schüler in nachſtehender Ordnung: Albrecht Bonnet, Ober⸗Primaner: Erklärung der Goethe'ſchen Ballade„Der Fiſcher.“(Eigene Arbeit.); Heinrich Ziſſeler, Unter⸗Quintaner: Der kleine Hy⸗ driot, von W. Müller; Heinrich Schreiber, Ober⸗Quintaner: Des Knaben Berglied, von L. Uhland; Frie⸗ drich Engiſch, Quartaner: Der alte Krieger, von Chriſtoph Schulz; Eduard Bingmann, Tertianer: Das Negerſchiff, von A. Schulz; Carl Schwenk, Tertianer: Der Ueberfall im Wildbad, von L. Uhland. Jean Heckenbach, Tertianer: Die Siegesbotſchaft von Marathon, von Fr. von Schiller; Wilhelm Becker, Unter⸗ Secundaner: Friedrich Wilhelm III., bei ſeiner Dampfſchifffahrt auf dem Rheine begrüßt vom Flußgotte, von A. W. von Schlegel; Julius Lindenborn, Ober⸗Primaner: Quaenam Romanorum virtutes fuerunt in Agri- cola praecipuae?(Eigene Arbeit.)— Geſang:„Herr, großer Gott, dich loben wir“, Hymne von Kreuzer.— III. Feſtrede des Herrn Oberlehrers Elſermann.— Zum Schluſſe wurde Sr. Majeſtät dem Könige ein dreifaches Lebehoch dargebracht und darauf das Volkslied„Heil unſerm König Heil“ von der Feſtverſammlung angeſtimmt.
Mit dem Beginne des Winter⸗Semeſters ſchied der Herr Caplan Heinrich Föhr, in Folge ſeiner Ernen⸗ nung zum Vicarius in Linz, aus ſeiner bisherigen Stellung als katholiſcher Religionslehrer. Die Direction, durch Verfügung des Königlichen Provinzial⸗Schul⸗Collegiums vom 20. October 1851 beauftragt, ihm den Dank der vorgeſetzten Schulbehörde für ſeine dem Gymnaſium gewidmete Wirkſamkeit auszuſprechen, fühlte ſich gedrungen, der Erledigung dieſes Auftrags ihrerſeits die aufrichtigſten Wünſche zu dem neuen amtlichen Wir⸗ kungskreiſe beizufügen.
Durch weitere Verfügung derſelben vorgeordneten Behörde vom 29. November 1851 erhielt die Direction den Auftrag, den Herrn Caplan Wilhelm Rademacher, welchem der katholiſche Religionsunterricht an dem hieſigen Gymnaſium überwieſen worden, als Mitglied des Gymnaſial⸗Lehrer⸗Collegiums in ſeine Stellung zum Gymnaſium in geeigneter Weiſe einzuführen: was am 9. December geſchap.
Am 12. December nahm der Königliche General⸗Superintendent, Herr Schmidtborn aus Coblenz, bei ſeiner Anweſenheit hierſelbſt, Veranlaſſung, dem evangeliſchen Religionsunterricht der unteren und mittleren Claſſen Morgens 8 Uhr beizuwohnen, darauf mit den betreffenden Religionslehrern und dem Director zuſam⸗ menzutreten und über die Ertheilung des Religionsunterrichts ſich auszuſprechen.


