Probe
einer Bearbeitung der Griechiſchen und Lateiniſchen Adverbien von ſprach⸗ vergleichendem Standpunkte aus.
Unter den mancherlei an die Gymnaſien gerichteten Anforderungen ſtehen mit in erſter Linie: a) Verbeſſerung der grammatiſchen Lehrbücher, ſo wie ſie der durch die vergleichende Sprachforſchung gewonnene Standpunct ermöglicht hat, b) eine in dieſer wiſſenſchaftlichen Berbeſſerung wurzelnde Vervollkomm⸗ nung der Unterrichtsmethode. Von der glücklichen Löſung beider Aufgaben wird es nicht wenig abhän⸗ gen, daß der philologiſche Unterricht bei geringerem Zeitaufwande ein in⸗ und ertenſiv erſprießlicherer werde. Die bereits gemachten Verſuche und gewonnenen Reſultate ſind nicht unbekannt und rechtfertigen je länger je mehr die Forderung, daß zunächſt eine auf die allgemeine Sprachforſchung geſtützte, vergleichende Grammatik des Griechiſchen und Lateiniſchen, und demnächſt eine aus dieſer hervorgehende Schulgrammatik beider Sprachen zu erzielen ſei. Auf keine andere Weiſe wird erreicht werden, was der einheitliche Organismus beider Sprachen zu erreichen möglich macht: die wiſſenſchaftliche Höhe und die durch dieſe Höhe bedingte Einheitlichkeit und praktiſche Vereinfachung des beiderſeitigen Unterrichtes.— Der angegebene Weg zu ſolch ſchönem Ziele iſt lang und müh⸗ ſam, aber er iſt auch lohnend und wohl werth, von jedem pbhilologiſcheu Lehrer eingeſchlagen und nach Möglich⸗ keit verfolgt zu werden. Demgemäß hat denn auch der Verfaſſer gegenwärtiger Abhandlung ſeit einer langen Reihe von Jahren, ſo weit es Kraft und Zeit ihm geſtatteten, der vorgezeichneten wiſſenſchaftlichen und didaktiſchen Aufgabe ſich zugewandt und giebt, wie bisher Anderes bei anderen Gelegenheiten, ſo gegenwärtig eine Probe ſeiner Bearbeitung der Griechiſchen und Lateiniſchen Adverbien, der ſogenannten Partikeln. Dieſe Probe iſt aus der Mitte des ganzen betreffenden Capitels und zwar aus dem Abſchnitt der Zeitadverbien herausgenommen und umfaßt eine auf denſelbigen nominalen Stamm zurückgeführte Gruppe.
Diu, aliquamdiu, dum in den Zuſammenziehungen nondum, nihildum, nullusdum, dudum; Ovν, Oi, Oyraæ, dal(oiev, O*νον'ε und O ſ. bei den Modaladverbien),, jam, etiam, etiamtum, etiamnunc, jamdudum, jampridem, demum, denique, tandem, quidem;— 7¼. Sämmtliche hier angeführten Adverbien— mit Ausnahme von„— ſind auf ein und daſſelbe, den Begriff Tag(Lat. dies, welches auch in der Bedeutung Zeit, tempus gebraucht wird, Sskr. dina msc. u. n., diwan m.[vpgl. nun— dinae(nun ſt. non von nonus)] Goth. dag-s(das indeſſen nach Grimm auch zu dag, Sskr. dah urere gehören mag) bezeichnendes Subſtantiv zurückzuführen; ſie tragen alſo in ſo weit einen Zeitbegriff in ſich, haben aber im Gebrauch gar mancherlei Modificationen ihrer Grundbedeutung erfahren.
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