Jahrgang 
1846
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.= 2. I. Von den Elementen.

Pphyſiſche Elemente. S§. 2.

Schon den Phyloſophen des Alterthums galten Feuer, Luft, Waſſer und Erde als Elemente, aus deren Veränderung durch Verdichtungen, Verbindungen ꝛc. ſie die ganze Welt mit der unendlichen Mannichfaltigkeit ihrer Gebilde hervorgehen ließen. Als aber die Chemiker unſerer Zeit alle Stoffe, welche ſich chemiſch nicht weiter zerlegen ließen, einfache Stoffe, Elemente nannten, und die Zahl derſelben bald in die Fünfzig ſtieg, da verlor die Lehre von den vier Elementen der Alten nach und nach ihr Anſehen, bis Schel⸗ ling und Andere die uralte Idee von einer Weltmaterie, einer Urmaterie wieder in Anre⸗ gung brachten, und Oken*) dieſelbe in Uebereinſtimmung mit dem jetzigen Standpunkte der Naturwiſſenſchaften durch ſeine Theorie des Lichtes und der Wärme folgerichtig entwickelte und ſo die Lehre von den vier Elementen wieder in ihr altes Recht einſetzte.

Elemente nennen wir nicht bloß die letzten einfachen, durch die Chemie nicht weiter zerlegbaren Stoffe, ſondern auch die erſten einfachen und allgemeinſten Subſtan⸗ zen oder Materien, aus deren Verbindung die unzähligen Naturgebilde in ihrer unendli⸗ chen Verſchiedenheit hervorgegangen ſind. Mit dem Worte einfach bezeichnen wir nämlich auch den Begriff der Einheit, welcher dem Begriffe des Wortes mehrfach, alſo der Mehr⸗ heit entgegenſteht, und ſagen in dieſem Sinne: es gibt nur ein Feuer, eine Luft, ein Waſſer, eine Erde, nennen alſo, mit den Alten, dieſe vier Subſtanzen einfache, oder Elemente, und zwar phyſiſche Elemente, zum Unterſchiede von den bis jetzt chemiſch nicht zerlegten Stoffen, die wir chemiſche Elemente, Grundſtoffe nennen wollen.

Das Urelement, kosmiſche Element, Welt⸗Element, iſt der Aether(das Feuer⸗ Element der Alten), ein von mehreren Naturforſchern angenommenes, ſehr feines, elaſtiſches, den Weltraum erfüllendes Fluidum, deſſen Daſeyn aber freilich lange Zeit ſehr hypo⸗ thetiſch ſchien, da man dasſelbe nicht poſitiv nachweiſen konnte, bis aſtronomiſche Beobach⸗ tungen und Berechnungen in der neueſten Zeit zu Reſultaten geführt haben, aus welchen ſich mit ziemlicher Gewißheit das Vorhandenſeyn des Aethers ſchließen läßt. So hat näm⸗ lich Enke gefunden, daß die Bahn des nach ihm benannten Enke'ſchen Kometen be⸗

*) Oken. Naturgeſchichte für Schulen. Leipzig 1821. Desgl. Oken. Allgemeine Naturgeſchichte für alle Stände. 1833 bis 1841.