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zu ihrem 25jährigen ſegensreichen Beſtehen von ganzem Herzen Glück, wies auf die durch die Tagesfeier nahegelegten frohen Ausſichten und Hoffnungen hin, und empfahl Lehrer und Schü⸗ ler, Stadt und Schule, König und Vaterland der ferneren gnädigen Obhut des Herrn. Der letzte Vers des Eröffnungsliedes war beſtimmt, der geſammten Schulfeierlichkeit einen ange— meſſenen Schluß zu geben. Ein gemeinſames Feſtmahl vereinigte, außer den zunächſt an der Feier Betheiligten, die öffentlichen Behörden der Stadt, ſowie andere Freunde und frühere Schüler der Anſtalt, zu einer dem feſtlichen Tage entſprechenden Nachfeier.
Endlich wurde am 5. Auguſt d. J. Vormittags 10 Uhr zur Erinnerung an das tau⸗ ſendjährige Beſtehen der politiſchen Einheit und Selbſtſtändigkeit Deutſchlands eine öffentliche Schulfeierlichkeit auf den Grund der Hohen(S. 18. vollſtändig mitgetheilten) Miniſterial⸗Ver⸗ fügung vom 12. Juli d. J. in folgender Ordnung veranſtaltet. Der Choralgeſang„Sey Lob und Ehr' dem höchſten Gut⸗(V. 1 und 2) leitete die Feier ein. Darauf folgte das von Herrn Profeſſor Dr. Schirlitz geſprochene Feſtgebet. Nach Abſingung des 3. Verſes aus dem vorgedachten Liede bewies der Herr Oberlehrer Graff in einer Rede aus den zur Sache gehörenden geſchichtlichen Ereigniſſen, daß Deutſchland durch den Vertrag zu Verdun allerdings ſeine politiſche Selbſtſtändigkeit erhalten und dieſe auch bis in die neueſte Zeit be⸗ wahrt habe. Daran ſchloß ſich ein vom Herrn Profeſſor Dr. Schirlitz gedichteter Feſtgeſang „Erhebe dich im Jubelton.,“ Das Schlußwort des Unterzeichneten ließ in paränetiſcher Rede⸗ form die pädagogiſche Seite der Erinnerungsfeier hervortreten und ging zuletzt in ein Gebet uͤber, welches von den beiden letzten Verſen des Eröffnungsliedes aufgenommen wurde.—
Aus dem Bereiche des Lehrercollegiums hat der gegenwärtige Jahresbericht zunächſt eine erfreuliche Mittheilung zu machen. An dem feſtlichen Morgen der gedachten Jubelfeier wurde dem Herrn Oberlehrer Graff, deſſen beſondere Beziehung zu derſelben oben erwähnt worden iſt, die Freude zu Theil, durch Verleihung des Ehrenbürgerrechtes von Seiten der Wohllöblichen Stadtbehörden überraſcht zu werden. Das Diplom überreichten ihm zwei ſtädtiſche Abgeord⸗ nete, beide frühere Schüler deſſelben.—
In anderer Weiſe wurde die Theilnahme durch das unerwartete Dahinſcheiden des Zei⸗ chenlehrers Herrn Deiker in Anſpruch genommen. Ein Anfangs unſcheinbares Erkältungsübel hatte ſpäter bedenklichere Zuſtände herbeigeführt, in deren weiterem Verfolge am 14. Mai, Morgens gegen 4 Uhr, ein Lungenſchlag dem Leben des treu verdienten Lehrers, nach einer faſt dreiundzwanzigjährigen Wirkſamkeit an dem Gymnaſium, in einem Alter von 51 Jahren ein ſchnelles Ziel ſetzte. Am 17. Mai geleiteten ſämmtliche Lehrer und Schüler der Anſtalt, unter theilnehmendem Anſchluſſe der beſonders dazu eingeladenen Trauergenoſſen und anderer


