Jahrgang 
1843
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Es war dieß zunächſt die Feier des Geburtsfeſtes Seiner Majeſtät des Königs, welche am 15. October 1842 Vormittags von 10 bis 12 Uhr in der feſtlich ge⸗ ſchmückten Aula des Gymnaſiums ſtattfand. Nach Abſingung des ChoralesIn deiner Stärke freue ſich der König allezeit! ſprach der Religionslehrer, Herr Profeſſor Dr. Schirlitz, ein der Feier angemeſſenes Gebet. Darauf hielten folgende Schüler die nachbenannten Vorträge: Der Primaner Adolph von Wittgenſtein:Was verdankt der jetzige Preußiſche Staat ſeinem Könige Friedrich dem Großen?,(Eigene Arbeit); der Ober⸗Quintaner Friedrich Kleine: Scene aus der Schlacht bei Lützen, von M. von Schenkendorf; die Quartaner: Wilhelm Stremmel⸗ Kaiſer Heinrichs Waffenweihe, von G. Schwab; Auguſt Krüger⸗ Kaiſer Albrechts I. Hund, von Freiherr von Kolberg; der Tertianer Ernſt Breuſing: Frankfurt am Main, von A. Kopiſch; die Secundaner Auguſt Geck: Curt Chriſtoph, Graf von Schwerin, von A. W. Möller; Auguſt Graff: Der Cid vor Zamora, von Herder; Otto Hofmann: Gerechtigkeit, von Caſtelli; Clemens Heſſe: Am Morgen des Gefech⸗ tes bei Danneberg, von Th. Körner; der Primaner Friedrich von Düſſeldorff: Quum varia sint pietatis genera, unam tantum esse pietatem.(Eigene Arbeit.) Auf den Cho⸗ ralgeſangDer König freue deiner ſich! folgte die Feſtrede des Herrn Oberlehrers Graff⸗ welche die Zeitverhältniſſe, unter denen Friedrich der Große den Thron beſtieg, in überſichtlicher Weiſe darſtellte. Den Schluß der Feier bildete das KönigsliedHeil Dir im Siegerkranz! verbunden mit einem dreimaligen, dem Könige dargebrachtenLebehoch!«

Eine zweite Schulfeier galt der Erinnerung an das 25jährige Beſtehen unſerer Gymna⸗ ſial⸗Anſtalt, welche am 3. November 1817 unter Preußiſchem Scepter ihre eigentliche Be⸗ gründung erhielt. Eröffnet wurde die Jubelfeier(am 3. November 1842 Vormittags 10 Uhr) durch einen, der feſtlichen Veranlaſſung angepaßten, von Herrn Profeſſor Dr. Schirlitz ge⸗ dichteten Choralgeſang, an welchen ſich das von demſelben, als Religionslehrer, geſprochene Feſtgebet anſchloß. Darauf folgte die Feſtrede des Herrn Oberlehrers Graff, der mit der Grün⸗ dung des Gymnaſiums auch ſeine Anſtellung bei demſelben gefunden und ohne anderweiten Amtswechſel bis hierher für die Bildung der unſerer Anſtalt anvertrauten Jugend gewirkt hat. Nach Beendigung dieſes Vortrages wurde ein vierſtimmig geſetzter lateiniſcher Dankhymnus ab⸗ geſungen und eine von dem Herrn Profeſſor Dr. Schirlitz, als demnächſtigen älteſten Lehrer der Anſtalt, verfaßte lateiniſche Jubelode*) unter die Anweſenden vertheilt. Endlich wünſchte der Unterzeichnete, welcher der Anſtalt damals erſt ſeit einem halben Jahre angehörte, derſelben

*) Ode und Feſtrede ſind dem gegenwäͤrtigen Programme vorgedruckt worden.