Jahrgang 
1843
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Rede,

gehalten zur Feier des 25jaͤhrigen Jubilaͤums des Königlichen Gymnaſiums, am 5. November 1842.)

Wenn der Wanderer eine Zeit lang vorwärts geſchritten iſt, wenn er, unabläſſig ſein Ziel verfolgend, Berge und Thäler, Fluren und Wälder durchzogen, Mühen und Anſtrengungen unverdroſſen getragen, Gefahren und Leiden überwunden, aber auch Freuden nicht minder ge noſſen, wenn er ſo unter mannigfaltigen Wechſeln und Aenderungen, unter mannigfaltigen Erfahrungen, Täuſchungen und Hoffnungen einen Theil ſeiner Wanderung zurückgelegt, und vielleicht einen freundlichen Hügel erreicht, der ihm eine heitere Ausſicht gewährt, oder ein ſtil⸗ les Thal, das ihn zur Ruhe einladet, ſo legt er gerne einmal ſeinen Wanderſtab nieder, ver weilt gerne eine kurze Zeit, um der Ruhe zu geaießen, einen Rückblick zu werfen in die Ver⸗ gangenheit, die heiteren und trüben Erlebniſſe zu überſchauen, die ihm auf ſeiner Wanderung geworden, und eben darin friſche Kräfte und friſchen Muth mit freudigem Gottvertrauen zu ſammeln für ſeine Zukunft, die in unabſehbarer Weite vor ſeinen Blicken ſich ausdehnt. So auch, hochzuverehrende Verſammlung, finden wir Lehrer des hieſigen Gymnaſiums in dem heu tigen Tage einen Ruhepunkt für unſer bisheriges Leben und Wirken, voll Mühen und An ſtrengung, voll heiterer und trüber Erfahrungen; wir fühlen uns durch ihn ſo unwillkührlich aufgefordert, unſere Vergangenheit wieder einmal zu überblicken, zu überſehen was in ihr un ſere Anſtalt im Allgemeinen gewirkt, wie ſie ſich bis daher erhalten und geſtaltet hat; denn es iſt heute der fünf und zwanzigmalige Jahrestag ihrer Gründung, das ſogenannte ſilberne Ju⸗ biläum ihres Beſtehens. Ja, ein langer Zeitraum, ein Vierteljahrhundert liegt zwiſchen der Gegenwart und jener Gründung, wohl durfte es alſo nicht auffallend erſcheinen, wenn wir heute eine Pauſe machten in unſerer gewohnten Wirkungsweiſe, wenn wir den heutigen Tag, als den erſten Jubiläumstag unſers Gymnaſiums, durch eine Schullfeier aus zeichneten. Da

*) Es muß bemerkt werden, daß perſönliche und lokale Verhältniſſe, die in der Rede etwa berührt wurden, hier na⸗ türlich weggefallen ſind. 1**