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liche Schaar zollte den freundlichen Wirten lauten Dank und begab sich, nachdem sie dem Dar- gebotenen, wie zu erwarten war, tapfer zugesprochen hatte, nach Hause, um sich für den letzten Teil des Festes, den Fackelzug, vorzubereiten.
Um 9 Uhr ward auf der Bahnhofstrasse der Zug unter der Leitung des Herrn Oberlehrer Dr. Tietzel von ehemaligen Schülern geordnet und nahm seinen Weg mit Musikbegleitung durch die Strassen nach dem Gymnasium. Hier ward ihm eine angenehme Überraschung durch ein wirkungsvolles Feuerwerk zuteil. Nachdem der Zug der Jubelanstalt seine Hul- digung dargebracht hatte, setzte er seinen Marsch bis zum Domplatze fort. Die Fackelträger bildeten daselbst einen weiten Kreis, riefen in dieser Aufstellung den Einwohnern Wetzlars für die während der Feiertage kundgegebene freundliche Gesinnung ein dankendes Hoch zu und sangen das Lied„Deutschland, Deutschland über Alles!“ Dann flogen die Fackeln in sausendem Fluge durch die Luft nach der Mitte des Platzes, wo die Flammen allmählich erloschen. Dies war denn das Ende des schönen Festes, das sicherlich bei allen Teilnehmern in unvergesslicher Erinnerung bleibt.
Das dem Gymnasium aus Anlass seines hundertjährigen Bestehens allerhöchst verliehene Bildnis Seiner Majestät des Kaisers und Königs(Kniestück) traf gegen Ende November 1899 hier ein. Das hervorragende Kunstwerk, ein Oelbild von der Hand des Malers Ludwig Noster in Ber- lin, ward am 2. Dezember von dem Direktor in der Aula vor den Angehörigen der Anstalt feier- lich enthüllt. In seiner Ansprache gab der Direktor den Gefühlen inniger Dankbarkeit gegen den kaiserlichen Spender Ausdruck und wies auf den hohen Wert der vorbildlichen Persönlichkeit unseres Königs sowie auf die ernsten Mahnungen hin, welche der kostbare Schmuck der Aula den Lehrern und Schülern des Wetzlarer Gymnasiums für alle Zeit vorhalte, die Mahnungen zu fleissiger Geistesarbeit und gewissenhafter Pflichterfüllung, zu männlicher Wahrhaftigkeit und begeistertem Streben nach hohen Zielen, zu echter Gottesfurcht und Menschenliebe, zu hingebender Treue gegen König und Vaterland.


