Jahrgang 
1897
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3. übersicht der Unterrichtsgegenstände in dem Schuljahr 1896/91. Prima.

1. Religionslehre: a. Evang.: 2 St. Kirchengeschichte unter Beschränkung auf die für die kirchlich-religiöse Bildung unmittelbar bedeutsamen Stoffe. Hülfsbuch von Hollenberg, Evange- lium nach Johannes, Johanneische Briefe mit Auswahl. Abschnitte aus den P'aulinischen Briefen, namentlich aus dem Galaterbrief, aus dem Jakobi- und dem ersten Petribrief, stellenweise unter Heran- ziehung des Urtextes. Luthers Schrift an den christlichen Adel deutscher Nation von des christ- lichen Standes Besserung mit Auswahl.

b. Kathol.: 2 St. Prima und Sekunda vereinigt. Abschluss der Glaubenslehre von der Heiligung und von der Vollendung. Eingehendere Besprechung der Unterscheidungslehren und derjenigen Lehrpunkte, die gegenüber den herrschenden Zeitrichtungen eine apologetische Behand- lung erfordern. Kirchengeschichtliche Mitteilungen aus der mittleren und neueren Zeit, vornehm- lich durch entsprechende Charakterbilder einzelner Persönlichkeiten und Zeitabschnitte, kirchlicher Institute und dergleichen.

2. Deutsch: 3 St. Fünf häusliche und drei Klassenaufsätze. Lebensbilder Goethes und Schillers, ihrer berühmtesten Zeitgenossen und bedeutenderer neuerer Dichter. Einiges aus Schil- lers Abhandlung über naive und sentimentalische Dichtung. Wallenstein. Auswahl aus der Hamburgischen Dramaturgie. Im Anschluss daran Shakespeares Macbeth. Privatim: Julius Cäsar. Coriolan. Auswahl aus Wahrheit und Dichtung(besonders der Aufenthalt in Strassburg).

Vorträge im Anschluss an die bezeichnete Privat- und Klassenlektüre. Lesebuch von Worbs.

Deutsche Aufsätze: l. Goethes Egmont nach des Dichters Fingerzeigen im zwanzigsten Buche vonWahr- heit und Dichtung. 2. Von welchen verschiedenartigen Standpunkten aus betrachtet der Menfch die Natur? 3. Klas- senaufsatz: a) Goethes Thätigkeit auf dem Gebiete der Kunst(Befchäftigung mit Kunst und Litteratur) vor seiner Übersiedelung nach Leipzig. b) Inwiefern trugen wichtige Zeitereignisse dazu bei, den jungen Goethe zu bilden? p. Wallenstein: Der Entwickelungsgang seines Lebens, gezeichnet nach Schillers Drama. 5. a) Der Vaterlandsbegriff in Deutfchland einst(in Klopstocks Oden) und jetzt. b) Luthers Persönlichkeit, betrachtet im Spiegel seiner Thesen 6. Klassenaufsatz: a) Woraus erklärt sich Wallensteins Zögern vor der entſcheidenden That? b) Woraus erklärt sich das Verhalten Piccolominis seinem Vater gegenüber? 7. Welchen allgemeinen Zweck verfolgt Lessing in seiner Hamburgischen Dramaturgie? 8. a) Prüfungsarbeit: Klopstock, Lessing und Friedrich der Grosse in ihrer Be- deutung für die Entwickllung deutschen Selbstgefühls. b) Klassenaufsatz: Inwiefern ist Macbeths Schreckens- that von Shakespeare so dargestellt, dass sie vollen Anspruch auf Wahrscheinlichkeit hat?

3. Lateinisch: 7 St. Tacitus Annalen I, II mit Auswahl. Cicero Philipp. II. Horatius carm. III, IV, epistul. I. mit Auswahl. Übungen im unvorbereiteten Ubersetzen. Aus- wendiglernen von 4 Oden. 5 St. Alle 14 Tage eine Ubersetzung ins Lateinische im Anschluss an Ge- lesenes abwechselnd als Klassen- und als Hausarbeit; daneben alle 6 Wochen eine Übersetzung ins Deutsche als Klassenarbeit. In jedem Tertial eine deutsche Ausarbeitung über einen durch- genommenen Abschnitt der Lektüre in der Klasse. Grammatische und stilistische Wiederholungen. 2 Stunden.

4. Griechisch: 6 St. Plato Apologie. Thukydides I, II, III mit Auswahl. Homer Ilias VIIIX, XV- XVII; privatim für I[A Buch XVIII. Sophokles Antigone. Auswendiglernen ge-