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III. Zur Geschichte des Gymnasiums.
Das Schuljahr wurde am 18. April 1893 eröffnet. Die Pfingstferien dauerten vom 20. bis 24. Mai, die Herbsttferien vom 15. August bis 18. September, die Weihnachtsferien vom 23. Dezember bis 8. Januar.
Die seit dem 1. Januar 1893 erledigte Elementarlehrerstelle wurde vom 1. April ab Herrn Ludwig Cloos übertragen, welcher bis dahin Lehrer der deutschen Schule bei der Kaiserlichen deutschen Botschaft zu Rom gewesen war. Herr Dr. B. Koch trat als wissen- schaftlicher Hilfslehrer an das Realgymnasium zu Duisburg über. Durch Allerhöchste Ordre vom 10. April wurde den Herrn Professoren Dr. Haenisch und Dr. Glaser der Rang der Räte vierter Klasse verliehen. Herr Oberlehrer Dr. Heep nahm an dem vom 23. bis 31. Mai in Bonn und Trier abgehaltenen archäologischen Ferienkursus teil.
Der Direktor war dreimal auf mehrere Tage abwesend: vom 27. bis 29. Mai in eigenen Angelegenheiten, vom 7. bis 10. Juni behufs Teilnahme an der 5. Rheinischen Direktorenversamm- lung zu Bonn, vom 26. bis 27. Juli als Mitglied der Einkommensteuer-Berufskommission.
Am 23. Juni machten die Quintaner, am 4. Juli die Schüler der übrigen Klassen einen Tagesausflug nach verschiedenen Orten der Umgegend unter der Leitung ihrer Klassenlehrer.
Am 10. Juli wurde mit der Niederlegung der Gymnasialwohnhäuser, am 30. Juli mit dem Abbruch der Aula begonnen, nachdem vorhergegangene technische Untersuchungen die Unhalt- barkeit dieser Gebäude in ihrem dermaligen Zustande ergeben hatten.
Vom 15. August ab war Herr Oberlehrer Brass auf 6 Wochen zu einer Dienstleistung bei dem hiesigen Bezirkskommando einberufen; die militärische Ubung fiel fast nach ihrem ganzen Umfange in die Herbstferien. Vom 20. bis 25. Oktober war Herr Cloos in eigenen Angelegenheiten beurlaubt, am 11. und 13. November Herr Oberlehrer Spies abwesend, um als Geschworener an einer Schwurgerichtssitzung zu Limburg teilzunehmen.
Im Monat Dezember traten in hiesiger Stadt Erkältungskrankheiten in solchem Umfange auf, dass wegen der Verhinderung verschiedener Lehrer und vieler Schüler die Fortführung des regelmässigen Unterrichtes kurze Zeit sehr erschwert war. In den übrigen Monaten war der Gesundheitszustand normal.
Der Geburtstag Seiner Majestät des Kaisers und Königs wurde am 27. Januar im engeren Kreise der Schule begangen. Der Verlauf war folgender: 1.„Barbarossa“, grosser Männerchor mit Harmoniumbegleitung. 2. Eine alte Geschichte von K. Gerok, vorgetragen von P. Zisseler (OIIh. 3. Derfflinger von Fr. v. Sallet, vorgetragen von A. Klein(V). 4. Zieten von Fr. v. Sallet, vorgetr. von A. Kloetz(VI). 5. Seydlitz von Th. Fontane, vorgetr. von A. Urig(IV). — 6. Hymne:„Leih' aus Deines Himmels Höhen“ gemischter Chor von Gluck. 7. Zwei Berge Schwabens von K. Gerok, vorgetr. von K. Stelz(UIII). 8. Aus Th. Körners Zriny III, 4, vorgetr. von H. Michel, H. Neumann und K. Dirks(UII).— 9.„Alles schweige! Jeder neige“, Volksweise, für gemischten Chor von Sering. 10. Aus Goethes Egmont II, 1, vorgetr. von den Schülern der OII.— 11. Die Wacht am Rhein, für gemischten Chor von Wilhelm. 12. Das Göttliche, von W. v. Goethe, vorgetr. v. K. Müller(D). 13. Sanssouci von Em. Geibel, vorgetr. v. H. Urig(I). — 14. Motette:„Herr, ich habe lieb die Stätte“, für gemischten Chor von Grell. 15. Festrede des Herrn Dr. Kahnt: Friedrich der Giosse als Geschichtschreiber. 16. Heil Dir im Siegerkranz.


