Jahrgang 
1893
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29 das Turnen bestimmte Zeit erweitert, der verbindliche Zeichenunterricht auf die beiden Tertien ausgedehnt(auf O. III erst von Ostern 1893 ab), mit Rücksicht auf diejenigen Schüler, welche mit dem Abſchluß der Untersekunda die Schule verlassen, die Unterrichtsaufgabe in der Geſchichte und Erdkunde, der Mathematik und Naturlehre verſchoben, das Engliſche als wahlfreies Fach für Obersekunda und Prima aufgenommen.(Gelegenheit zum Erlernen des Engliſchen in der Anstalt besteht ſchon seit 3 Jahren.) Für die Art und das Maß der von den Schülern zu fordernden Hausaufgaben wurden gleichfalls neue Anweisungen gegeben, durch welche einerseits die notwendige

Ergänzung des Schulunterrichtes und die Anleitung zu selbständiger geistiger Arbeit gesichert,

anderseits einer Überbürdung der Jugend wirksamer vorgebeugt werden soll. Die bei dem Übergang von Untersekunda nach Obersekunda eingefügte Abſchlußprüfung ist im Grunde nur eine mit gewissen Formen umgebene Versetzungsprüfung. Dadurch, daß das bis dahin erworbene Wissen der Schüler ſchon in dieser Prüfung festgestellt wird, war es möglich, die spätere Prüfung (Reifeprüfung) zu vereinfachen, die Notwendigkeit einer besonderen Vorbereitung auf dieselbe, wie die damit verbundene Gefahr einer Veräußerlichung und Verflachung des Unterrichts zu beseitigen und die Erziehung zu selbständiger freudiger Thätigkeit zu erleichtern. Zu gleicher Zeit wurde eine neue Lehrerstelle eingerichtet und die Trennung der beiden Sekunden, welche vor zwei Jahren allein für das Griechiſche erfolgt war, für die meisten Fächer durchgeführt. Die Verkleinerung der betreffenden Klassen und die Gleichartigkeit ihrer Schüler, welche hierdurch erreicht wurde, vereinfachte den Unterricht nicht unwesentlich und diente nicht weniger zur Entlastung der Lehrenden wie der Lernenden.

In die neu errichtete Lehrerstelle rückte Herr Dr. Tietzel auf, in die erledigte wissen- ſchaftliche Hülfslehrerstelle trat Herr Dr. Paul Kahnt von dem Realgymnasium zu Barmen über. Da Herr Professor Dr. Haeniſch wegen Krankheit während des Sommerhalbjahres nicht unterrichten konnte, wurde der Herr Kandidat des höheren Schulamtes Richard Koellein aus Köln der An-

stalt zur Aushülfe zugeteilt. Herr Vollrath, welcher bis zum 1. Januar beurlaubt war und

darauf in den Ruhestand trat, wurde zunächst in gleicher Weise wie im vorhergehenden Winter vertreten. Als Herr Kandidat Karl Ophüls nach der Ableistung der pädagogiſchen Probezeit am 1. Oktober an das Realgymnasium zu Trier überging, fiel der Hauptteil der Vertretung Herrn Dr. Bernhard Koch aus Düsseldorf zu; Herr Kantor Hassel übernahm vier Schreibstunden, während Herr Rinn den Zeichenunterricht behielt.

Der Direktor war zweimal auf mehrere Tage abwesend: vom 11. bis 15. Juli, um an den Sitzungen der Einkommensteuer Berufungskommission teilzunehmen und vom 19. bis 22. Oktober im Auftrage des Königlichen Provinzial-Schulkollegiums in amtlichen Geſchäften. Durch militäriſche Dienstleistungen waren verhindert: Herr Oberlehrer Dr. Heep vom 11. bis 13. August und vom 20. bis 21. September, Herr Oberlehrer Dr. Tietzel vom 25. Juli bis 13. August und vom 20. bis 23. September. Der Letztere war außerdem vom 6. bis S8. Februar in Familienangelegenheiten beurlaubt. Herr Oberlehrer Brass war vom 5. bis 15. October abwesend, um in Göttingen an einem naturwissenſchaftlich-erdkundlichen Kursus für Lehrer höherer Schulen teilzunehmen. Der- selbe fehlte wegen Krankheit am 20. und 21. Dezember, am 26. und 28. Januar, vom 1. bis 9. Februar, Herr Oberlehrer Dr. Spies aus gleichem Grunde vom 19. bis 23. Dezember.

Der Gesundheitszustand der Schüler war befriedigend; nur in der zweiten Hälfte des Winters litten an Erkältungen mehr Schüler als gewöhnlich. Am 23. Juli fand der Tertianer Bernhard Wolf in der Lahn einen unglücklichen Tod.

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