Naturwissenschaftliche Methode und physikalischer Unterricht.
VOTWOI. b.
I. der vorliegenden Arbeit beschäftigte ich mich mit der Frage, in welchem Umfange der physikalische Unterricht die Methode naturwissenschaftlichen Denkens zu pflegen habe. Zweierlei schien mir zur Beurteilung erforderlich.
Vor allem musste ich auf die Principien dieser Methode(im Teil I), sowie auf ihre Be- ziehungen zu anderen Wissenschaften und zur Praxis(im T. II) eingehen. Dabei kam es weniger auf eine erschöpfende und systematische Erörterung an, als auf eine Erläuterung des Wesentlichen durch Beispiele.*)
Zweitens war die Antwort auf die gestellte Frage, nämlich die Ausicht, dass auch in der Prima das Experiment die eigentliche Basis des physikalischen Unterrichts sei, nicht blos zu be- gründen, sondern auch durch schulmässige Behandlung einiger eng begrenzten Gebiete der Physik auf ihre Brauchbarkeit zu prüfen. In dieser Hinsicht ist der Teil III der Abhandlung, welcher selbst eine Fortsetzung des kleinen, Ostern 1881 im Programm dieser Anstalt erschienenen Aufsatzes bildet, der Erweiterung fähig und vielleicht auch bedürftig.
*) Systematische Vollständigkeit findet man in J. St. Mill, System der deduktiven und induktiven Logik. Eine Darlegung der Principien wissenschaftlicher Forschung, insbesondere der Naturforschung. Dem geehrten Leser gebe ich aber den guten Rat, sich bei der Lektüre dieses Buches nicht durch die Gegensätze von Induktion und Deduktion zur Teilnahme an dem zwischen Mill und Whewell entbrannten und bis jetzt fortgeführten Kampf ver- leiten zu lassen. cf. J. v. Liebig, Francis Bacon und die Inquktion etc. C. Fliedner, Syllogismus und Induktion 1875-


