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Am 6. Febr. gedachte der Unferzeichnefe, auch wieder im Anschluß an die Morgen- andacht, zweier Schüler, die dem Kriege zum Opfer gefallen, des Abiturienten Hugo Dorn und des mit dem Zeugqnis der Reife für Ul abgegangenen Obersekundaners Ernst Groth. In welcher glühenden Begeisterung war zumal der letztere zum Waffendienst geeilt, und wie stolz und glücklich war er gewesen, als er nach kurzen Wochen der Ausbildung mit hinausziehen durfte auf das Ehrenfeld. Nur wenige Tage draußen, und die feindlichen Ge- Schosse hatten ihn ereilt. Ootft fröste die Hintferbliebenen.
Als am Mittwoch den 17. Febr. die Kunde von dem großen Siege bei den Masuri- schen Seen eintraf, die Glocken des Domes erfönten, und die Fahnen wieder einmal wehen durften, da wurden die Schüler in der Aula versammelt und dann nach kurzer Ansprache für diesen Iag der Freude entlassen.
Am 25. Febr. wurde ohne weitere Vorbereitung die mündliche Reifeprüfung abge- halten, deren Leitung dem stellverfretenden Direktor überfragen war, und der sich für den Fall der plötzlichen Einberufung eines weiferen Mitgliedes der Kommission die Ermäch- tigung vom Kgl. Prov.-Schul-Kollegium erbeten hafte, von dem Innehalten des sonst vor- geschriebenen Termins abweichen zu dürfen.
Die Entflassung der Abiturienten wurde 86 Tage später, am 2. März, in der letzten NVormittagsstunde vorgenommen. Der Unterzeichnete legte den 5 Scheidenden dabei, erin- nernd an das Bismarddahr, das Bismarckworf ans Herz:„Wir sind nicht auf dieser Welt, um glücklich zu sein und zu genießen, sondern um unsere Schuldigkeit zu ftun“.
Am 27. Febr. hielt Herr Vereinssekrefär Richter aus Nürnberg vor den Schülern der 5 oberen Klassen einen ernst mahnenden und liebevoll warnenden Vorfrag über die sexuellen Gefahren der männlichen jugend. Des Mannes wahre Ehre sei seine Sitflichkeit, war kurz zusammengefaßt der Inhalt seines die Herzen ergreifenden Zeugnisses.
An demselben lJage nachmiftfags— es war ein Samstag— durften die Mitglieder der jugendwehr, in Begleitung von Dr. Luckhard, die Herrichtung der Granaten, soweit sie in dem Buderus'’schen Eisenwerke geschehen kann, in Augenschein nehmen, für die kriegbegeisterte jJugend eine çgroße Freude und Belehrung zugleich. Die erlaufernde Führung übernahm dabei gçütfigst Herr Ingenieur Grimm, und im Anschluß daran hielt dann noch der frühere Schüler der Anstalt, Herr Leutn. v. Foris von der Feldartillerie, einen packenden und zugleich klarbelehrenden Vorfrag über die Sprengwirkung der Cranaten. Die Schüler der oberen Klassen befâtigten sich auch noch einmal bei einer wichtigen vater- ländischen Arbeit, bei der Aufnahme der Mehl- und Getreidevorräte in der Stadt. Herr Bürgermeister Dr. Kühn hatfte ihre Mithilfe erbeten und war über die erfolgreich geleistefe dankbar erfreut.
Am 16. März fand im Auffrage des Herrn Ministers der geistlichen und Unterrichts- angelegenheitfen durch Herrn Professor Carl Jung von der Kgl. Kunstakademie in Cassel eine Revision des gesamten Zeichenunterrichts statt.
Das so besonders im vaterländischen Denken und Fühlen stehende Schuljahr darf beides an seinem Ausgange noch einmal besonders wachrufen. COilt es doch des 1. April 1315 und damif des großen Bismarck zu gedenken. Die für den 20. Mäârz geplante Ge- dÄachtnisfeier wird folgenden Verlauf nehmen:


