Jahrgang 
1907
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Obersekunda.

Ordinarius: Professor Dr. Heep.

1. Religionslehre: a) Evang. 2 St.: Lesen der Apostelgeſchichte und der Korinther- briefe(Auswahl.) Lebensbilder der Apostel. Kirchengeſchichte bis zum Jahre 600 mit Be- ſchränkung auf das Wichtigste. Wiederholung früher gelernter Lieder, Psalmen und des Kate- chismus. Hülfsbuch von Hollenberg. Prenzel-

b) Kathol. 2 St. Siehe l.

2. Deutsch: 3 St. Hildebrandlied und Waltharilied in Ubersetzung von Bötticher, Nibe- lungenlied und Gudrun im Auszug von Legerlotz, einiges aus der nordiſchen Sage. Das Wichtigste aus der höfiſchen Dichtung des Mittelalters, namentlich Parzival und Lieder Walthers von der Vogelweide, einige davon im Urtext. Sprachgeſchichtliches. Goethes Hermann und Dorothea, Gôtz. Schillers Balladen, Spaziergang, Maria Stuart. Berichte der Schüler über den Inhalt der von ihnen zu Hause gelesenen Dichterwerke, namentlich der Romane Scheffels, Freytags und anderer. Auswendiglernen von Gedichten und Dichterstellen. Acht Aufsätze, davon drei in der Klaasse. Prenzel.

Heutsche Aufsätze 1) Welche Bedeutung hat La Hire in Schillers Jungfrau von Orleans? 2) Wie Gunther auf dem Isensteine Brunhild gewinnt(Klassenaufsatz.) 3) Germaniſches Heldentum nach dem Walthariliede. 4) Kriemhild und Gudrun. Eine vergleichende Charakteristik. 5) Walthers vaterländiſche Gesinnung auf Grund von fünf seiner Lieder. 6) Gurnemanz' und Trevrezents Bedeutung für Parzival.(Klassenaufsatz.) 7) Wie hat in Hermann und Dorothea der Dichter es angelegt, daß der Vater seine Zustimmung zu einer Sache gibt, gegen die er sich vorher mit heftigen und bitteren Worten erklärt hatte? 8) Die Jungfrau von Orleans nach dem Monologe in IV, 1l und Kassandra nach Schillers gleichnamigem Gedichte. Eine Vergleichung.(Klassenaufsatz).

3. Lateinisch: 7 St. a) Sallusts Catilinariſche Verſchwörung, Livius 21 und 22 in Auswahl. Ciceros Rede pro rege Deiotaro. Vergils Aeneis nach dem Kanon. Vier schriftliche UÜbersetzungen ins Deutiche, zwei Ausarbeitungen. b) Grammatiſche Wiederho- lungen und Belehrungen über stilistiſche Eigentümlichkeiten im Anſchluß an die Grammatik von Müller und in Verbindung mit mündlichem UÜbersetzen aus dem fünften Teile des UÜbungsbuches von Ostermann-Müller. Alle 14 Tage eine schriftliche UÜbersetzung ins Lateiniſche. Heep.

4. Griechisch: 6 St. Lektüre 5 St. Herodot 6. u. 7. B. mit Auswahl; dann Lysias, ausgewählte Reden.(Für den Krüppel und gegen Eratosthenes mit Ausw.) 3 St. Schriftliche Ubersetzungen in das Deutſche, abwechselnd mit Übersetzungen in das Griechiſche, alle 14 Tage als Klassenarbeit. Grammatik l St. Weitere Einführung in die Tempus- und Moduslehre. Im Jahr 2 deutiche Ausarbeitungen. Schulgrammatik von Gerth. Czwalina. Homer, Odyssee, Buch 7 22 mit Auswahl. Auswendig gelernt etwa 60 Verse. 2 St. Glol.

5. Französich: 3 St. Racine, Britannicus; Duruy, Règne de Louis XIV. Einige Ge- dichte aus der Auswahl von Gropp und Hausknecht. Häusliche Lektüre: Ausgewählte Erzähl- ungen von Coppée(Renger.) Grammatiſche ergänzende Wiederholungen und UÜbungen, auch im Übersetzen aus dem Deutſchen, nach Ploetz-Kares. Einprägung wichtiger idiomat- ilcher Beispiele aus der Lektüre. Regelmäßige Sprechübungen im Anſchluß an die Lektüre oder an Anſchauungsbilder. Schriftliche Arbeiten alle 3 Wochen, meist in der Klasse als französiſche Diktate mit deuticher UÜbersetzung, auch freiere Arbeiten im Anſchluß an Gelesenes oder an An- ſchauungsstoffe. Im Jahre 2 deutſche Ausarbeitungen. Hippenstiel.