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Berufsberatung wurde seitens der Oberin der Frauenschule den Schülerinnen der oberen Klassen fortlaufend zu teil.
Ein Elternbeirat wurde nicht wieder gewählt.
Die Frauenschule ist zweijährig und nach der Form B 2 des Erlasses vom 31. 12. 1917 eingerichtet.
Zur Lotteschule ist„in nähere Beziehung gesétzt“(im Sinne des Min. Erl. UII 17 143 UIII D vom 15. 7. 1914) die städtische Höhere Mädchenschule in Weilburg.
Aus der Chronik der Schule.
Das verflossene Jahr war ein Katastrophenjahr allererster Ordnung: Eine große Zahl längerer, z. T. sehr langer Krankheitsbeurlaubungen von Mitgliedern des Kollegiums haben es zu einem ganz unglücklichen gemacht. Fräulein Müller war bis zum 31. 7. ganz beurlaubt und tat dann vom 28. 8. ab bis zum Jahresschluß nur halben Dienst. Fräulein Wevers war vom 14. 6. ab, Fräulein Kanter vom 2. 8. ab bis zum Ende des Schuljahres beurlaubt. Frau Spener mußte vom 6. 12. bis 14. 2., Fräulein Skorka vom 5. 1. bis 30. 1., der Direktor vom 1. 9. bis 30. 9. fehlen.
Unter diesen traurigen Umständen haben wir jede weitere Störung des Unterrichts so sehr wie irgend möglich vermieden. Insbesondere mußten die in früheren Jahren bei Schülerinnen und Eltern so sehr beliebten Aufführungen ausfallen. Auch die verschiedenen Ausstellungen, die ja auch mancherlei Unregelmäßigkeiten mit sich bringen, ließen wir fortfallen.
Nur die Weihnachtsbescherung für arme Kinder haben wir uns in deren Interesse nicht nehmen lassen. Wieder waren seit November Kleider, Mäntel. Wäsche, Schuhe, Bücher und Spielsachen gesammelt. Wieder waren viele fleißige Hände beschäftigt gewesen, diese Sachen etwa noch instand zu setzen, sie zu ordnen, zu verteilen und schön aufzubauen. So konnten am 19. 12. siebenundvierzig Kinder mit Kleid und Wäsche einmal ganz ausgestattet werden, die meisten erhielten außerdem noch mehrere Kleidungsstücke, dazu Spielzeug, Bücher und ein weihnachtliches Knusperpäckchen. Es ist viel Freude ausgegangen bei dieser Weih- nachtsfeier von Beschenkten und von Gebern.
Ein sehr gut besuchter Elternabend wurde am 28. 11. veranstaltet.
Am 16. 1. gedachten wir in kleiner Feier des 100. Todestages von Lotte Buff, der Patronin unsrer Schule. Fräulein Ehringer hielt die Ansprache. Bei der Dürerfeier am 24. 3. hielt Fräulein Herbers einen Lichtbildervortrag über den Meister.
Indem wir einige der vorgeschriebenen Wandertage zusammenlegten, konnten wir es trotz der Not der Zeit ermöglichen, daß die Frauenschule am 31. 8. bis 2. 9. eine Moselfahrt und am 10. bis 12. 3. eine Studienreise nach Kassel unternahm. Die Untersekunda fuhr am 18. bis 20. 3. an die Bergstraße und nach Heidelberg.
Zu der Pfingsttagung des V. D. A. fuhr bereits zum dritten Male Herr Dr. Lomb mit einer Gruppe von 16 Mädels. Am 26. 9. veranstaltete unsre Jugendgruppe des V. D. A., ebenfalls bereits nach mehrjähriger Uberlieferung, zusammen mit der Schülergruppe des hie- sigen Goethegymnasiums, einen sehr gelungenen Werbeabend.


