Jahrgang 
1914
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I. Geschichte.

Zur Frinnerung an die Stiftung des eisernen Kreuzes im Jahre 1813 und den Geburtstag der Königin Luise veranstaltete das Gymnasium am 10. März eine Gedächtnisfeier. Bei dieser hielt Herr Oberlehrer Fleischer eine Ansprache über Preußens und Deutschlands Erniedrigung und Erhebung, und es trugen Schüler verschiedener Klassen entsprechende Ge- dichte vor.

Am 1. April wurde Herr Prof. Dr. Ludwig Nicolai, der schon im letzten Vierteliahr des vorigen Schuljahrs wegen schwerer Erkrankung beurlaubt gewesen war, auf seinen Antrag in den Ruhestand versetzt. Er war 33 Jahre im Schuldienst tätig, davon 27 Jahre am Karl Friedrich-Gymnasium, wo er hauptsächlich lateinischen und französischen Unterricht erteilte. Möge ihm nach den langen Jahren der Arbeit noch eine friedliche Zeit gesegneter Ruhe beschieden sein!

Am 31. März begann das neue Schuljahr mit der Aufnahmeprüfung.

Bis hierhin hat den Bericht erstattet Herr Geh. Hofrat Dr. Frerichs, der Direktor des hiesigen Großherzogl. Realgymnasiums, dem nach dem Ausscheiden des Herrn Gymnasial- direktor Dr. Hißbach die stellvertretende Leitung des Gymnasiums übertragen worden war. Für seine schon zum drittenmal bewiesene Bereitwilligkeit und treue Amtsführung ist ihm die Schule zu größtem Dank verpflichtet.

Am 1. April führte Herr Oberschulrat Dr. Krumbholz den Direktor in sein Amt ein, nach- dem er mit ehrenden Worten der Tätigkeit seines Amtsvorgängers gedacht hatte. Darauf begrüßte der neue Direktor die festliche Versammlung mit vorstehender Ansprache.

Karl Walter, geb. am 3. Mai 1876 in Bremerhaven, besuchte das Gymnasium seiner Vaterstadt bis Ostern 1895. Dann studierte er in Jena klassische Philologie und Geschichte, wurde dort 1808 zum Doctor philos. promoviert und bestand 1809 die Staatsprüfung. Am Großh. Gymnasium in Jena trat er Ostern 1900 das Seminarjahr an und wurde als Probekan- didat Ostern 19001 an das Großh. Gymnasium in Weimar zur Wahrnehmung einer Hilfslehrer- stelle berufen. Michaelis 1902 erfolgte dort seine Anstellung als Oberlehrer. Durch höchstes Dekret vom 22. Dezember 1912 wurde er zum Direktor des Großh. Karl-Friedrich-Gymna- siums ernannt.

Nach einer gemeinsamen Andacht nahm Mittwoch den 2. April der planmäßige Unter- richt seinen Anfang.

Durch Ministerial-Verfügung vom 20. März 1913 wurde die Einrichtung getroffen, daß noch ein dritter Nachmittag vom wissenschaftlichen Unterricht befreit wurde.

Mit Beginn des Schuljahres wurde der wahlfreie englische Unterricht auch auf die Obersekunda ausgedehnt, die mit Unterprima als Unterstufe vereinigt war. Von Ostern 1914 ab wird Obersekunda als Anfängerklasse, die vereinigte Prima aber als Oberstufe gelten.

Am Ende des verflossenen Schuljahres legte der für ein Jahr beurlaubt gewesene Herr Bergfeld seine Stellung als Turnlehrer nieder, um an die Spitze der hiesigen Handelsschule