Jahrgang 
1910
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Schulnachrichten.

I. Geschichte.

Nachdem von Michaeli 1908 bis Ostern 1909 Herr Hofrat Dr. Frerichs in Vertretung des Direktors die Leitung des Gymnasiums übernommen hatte, wofür ihm auch an dieser Stelle im Namen der Anstalt der verbindlichste Dank ausgesprochen sei, trat am 1. April 1909 der Unter- zeichnete sein Amt als Direktor an.

Max Consbruch geb. 20. Juni 1866 in Elbing, besuchte das Kgl. Gymnasium seiner Vater- stadt, studierte von 1884 an in Berlin und Breslau klassische Philologie und Theologie, promo- vierte 1889 in Breslau und bestand ebendort 1890 seine Staatsprüfung. Er ging darauf im Auf- trage der Kgl. Akademie der Wissenschaften in Berlin zu Arbeiten für griechische Lexika ¾ Jahre nach ltalien. Nach seiner Rückkehr nach Deutschland siedelte er nach Halle a. S. über und legte dort von Ostern 1892 94 an der Lateinischen Hauptschule der Franckeschen Stiftungen sein Seminar- und Probejahr ab. Von Ostern bis Michaeli 1894 war er an derselben Anstalt, dann bis Ostern 1897 am Stadtgymnasium in Halle a. S. wissenschaftlicher Hilfslehrer, von Ostern 1897 bis 1909 am Stadtgymnasium Oberlehrer. Von Ostern 1902 bis 1909 war er zugleich As- sistent am philologischen Seminar der Universität Halle. Durch höchstes Dekret vom 17. Februar 1909 wurde er zum Direktor des Karl Friedrich-Gymnasiums ernannt.

Die Einführung fand am 19. April durch Se. Excellenz den Herrn Staatsminister Dr. Rothe statt; er begrüsste den Direktor mit herzlichen Worten in seiner neuen Heimat und wies ihn auf die Pflichten seines Amtes hin. Die Antwortrede des Direktors ist im Vorhergehenden abgedruckt.

Am Dienstag, den 20. April wurden 27 Schüler aufgenommen, am Mittwoch, den 21. April begann dann der regelmäßige Unterricht.

Am 1. bis 5. Juni nahmen eine Anzahl Schüler an der Fahrt des Flottenvereins, Ortsgruppe Eisenach, nach Hamburg und Kiel, unter Führung von Herrn Bartth teil.

Am 21. Mai fand der übliche Sommerausflug aller Klassen statt. Die Oberprima durch- wanderte unter Leitung des Direktors und des Herrn Prof. Hossfeld in 2 Tagen einen grösseren Teil der Rhön.

Am 10. Juni wurde der Geburtstag Sr. Königlichen Hoheit des Grossherzogs feierlich be- gangen. Nach einleitenden Gesängen und Deklamationen legte Herr Oberlehrer Dr. Koch die Bedeutung des Tages dar und entwarf ein Bild von der Persönlichkeit und den Dichtungen der Nonne Rosvitha von Gandersheim.

Während der Sommerferien wohnten einige Schüler der oberen Klassen den Festspielen in Weimar bei.

Am Sedantage, 2. September, wurde wieder ein Schauturnen veranstaltet. Der primus omnium Artur Boettger feierte Friedrich Ludwig Jahn als den Begründer der deutschen Turnkunst. Am Schluss überreichte der Direktor nach einer Ansprache den Oberprimanern Boettger, Buhler, Foltz und dem Untersekundaner Grosskopf Eichenkränze als Turnpreise.

Am 24. September machte die Oberprima mit Herrn Oberlehrer Helmbold im Anschluss an den kunstgeschichtlichen Unterricht einen Ausflug nach Cassel.

Am 14. Oktober besuchte der Direktor mit den Oberprimanern Weimar und Tiefurt.