l. Schulereisnisse.
Das neue Schuljahr begann Dienstag, den 9. April, mit 252 Schülern, nachdem Montag, den 8. April, 39 Schüler geprüft und aufgenommen worden waren. In das Lehrerkollegium trat ein der durch Höchstes Dekret vom 26. März 1907 zum Oberlehrer am hiesigen Gymnasium ernannte Herr Dr. Wilhelm Heydenreich, der über seinen Bildungsgang folgende Angaben macht:
Wilhelm Heydenreich, geboren am 6. Februar 1875 in Würzburg, besuchte das Gym- nasium in Ansbach und studierte seit 1893 an den Universitäten München und Berlin klassische und deutsche Philologie und Geschichte. Nach dem Staatsexamen zum Lehramt am pädagogischen Seminar in Erlangen vorbereitet, war er an den Gymnasien in Bamberg
(1960]/01), Günzburg(1901— 1904) und Nördlingen(1904— 1907) tätig. Außer einer Disser-
tation über die Quellen der Litteraturgeschichte Quintilians hat er eine deutsche Bearbeitung
einer historischen Grammatik der dänischen Sprache veröffentlicht.
Ferner wurde die Verwaltung der letzten ordentlichen Lehrerstelle dem Kandidaten des höhern Lehramts Herrn Karl Zugwurst übertragen, der am 15. September 1883 in Weimar geboren, dort Volksschule und Gymnasium besucht, in Jena, Paris und München klassische Philo- logie und Französisch studiert, und vom Oktober 1906 ab dem Stoyschen Institut in Jena als Lehrer angehört hatte.
Am 4. Mai mußte Herr Prof. Schmiedel wegen Erkrankung vertreten werden.
Am 30. Mai fand, wie herkömmlich, ein Schulausflug sämtlicher Klassen unter Führung von Lehrern statt.
Vom 8. Juni bis 6. Juli war Herr Prof. Nicolai krank und mußte vertreten werden.
Der Geburtstag Seiner Königlichen Hoheit des Großherzogs wurde am 10. Juni durch einen Schulaktus gefeiert. Herr Oberlehrer Dr. Helmbold sprach über die Entstehung der Sage vom Sängerkrieg.
Während der Sommerferien wurde die Aula mit einem geschmackvollen schmiedeeisernen Kronleuchter mit Gasglühlicht versehen und bald darauf durch einen neuen Ibach-Flügel anstelle des unbrauchbar gewordenen geschmückt. Zum Ankauf desselben hatte die Großherzogl. Staats- regierung im Einvernehmen mit dem Landtag eine Summe bis zu 1000 Mark verwilligt; ferner wurden dazu angesammelte Ueberschüsse von musikalischen Aufführungen des Gymnasiasten- Gesangvereins und freiwillige Gaben in Höhe von 530 Mark mitverwendet, auch der Wert des alten Flügels angerechnet. Endlich wurde das Physikalische Zimmer durch eine besondere Ver- willigung von 1000 Mark mit einer Anzahl neuer Apparate und Gerätschaften ausgestattet. Für alle diese Zuwendungen spricht der Unterzeichnete im Namen des Gymnasiums auch an dieser Stelle ehrerbietigen Dank aus.
Am Sedantag, den 2. September, wurde das übliche Schauturnen, dieses Mal in Form eines Wettturnens, abgehalten. Die Sieger wurden mit Kränzen von Eichenlaub geschmückt. Die An- sprache zu Anfang der Feier hielt der Primus omnium Drömer.


