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ihm herzliche Wünsche für die neue Thatigkeit aus.— An seine Stelle trat vom gleichen Tage an, dem 16. November, Herr Pfarrer O. Schmiedel in Göttern, der bereits von Ostern 1885— 1887 die- selbe Stellung als Religionslehrer des Gymnasiums bekleidet hatte, der dann im Dienste des allge- meinen evangelisch-protestantischen Missionsvereins 5 Jahre in Japan thätig gewesen war und nun nach einer pfarramtlichen Wirksamkeit im Grossherzogtume wieder zu uns zurückgekehrt ist. Da er zunächst noch auf 14 Tage beurlaubt war, so ward er am 2. Dezember nach der gemeinsamen Andacht in Gegenwart der Lehrer und Schüler in sein Amt eingeführt.
Die Verteilung des Elmptschen Stipendiums erfolgte am 25. November in der üblichen Weise. Der Oberprimaner Brauer hielt die deutsche Rede zur Erinnerung an die Stiftung der Reichsgräfin Elmpt.
Am 8. Dezember fand unter der Leitung des Herrn Professors Thureau eine musikalische Schüler-Aufführung statt, zu deren Besuch durch eine Ankündigung in den hiesigen Zeitungen ein- geladen wurde. Sie fand den Beifall der sehr zahlreichen Zuhörer, die sich eingefunden batten.— Die Weihnachtsferien dauerten vom 23. Dezember bis 4. Januar.
Am 18. Januar wurde nach Anordnung des Grossherzogl. Staatsministeriums in einer Vormittags- stunde in allen Klassen durch eine Ansprache des Klassenlehrers auf die Bedeutung des Tages hin- gewiesen, an dem vor 25 Jahren der hochselige Kaiser Wilhelm die Kaiserwürde des neu aufgerich- teten deutschen Reiches annahm.
Der Geburtstag Sr. Majestät des deutschen Kaisers ward festlich begangen. Der Direktor hielt die Festrede über die Herkunft und die Geschichte der Preussen: Gesänge unter Leitung des IHerrn professors Thureau und Vorträge von Schülern aus allen Klassen begleiteten die Feier.
An der Feier des fünfzigjährigen Dienstjubiläums Sr. Excellenz des Herrn Staatsministers Dr. Freiherrn von Gross am 3. Februar beteiligte sich das Gymnasium durch die Glückwünsche, die der Direktor des Weimarischen Gymnasiums Herr Hofrat Dr. Weniger im Namen der höheren Schulen des Landes dem Herrn Jubilar aussprach.
Die schriftliche Reifeprüfung fand in den Tagen vom 20. Februar an statt, die mündliche unter dem Vorsitz des Direktors als Grossherzoglichen Kommissars am 5. März. Fünfzehn Schüler und ein Studiosus rer nat mit dem Reifezeugnis eines Realgymnasiums traten in die Reifeprüfung ein: 14 erhielten das Reifezeugnis, 3 von ihnen unter Befreiung von der mündlichen Prüfung. Am 23. März findet die Entlassung der mit dem Reifezeugnis abgehenden Schüler statt. In ihrem Namen spricht in deutscher Rede Specht, dann händigt ihnen der Direktor nach einer Ansprache die Zeug- nisse ein. Gesang unter Leitung des Herrn Professors Thureau beginnt und schliesst die Feier.— An der Abschlussprüfung nach dem 6. Schuljahre beteiligen sich sämmtliche Untersekundaner. In den Tagen vom 2. März an wurden die schriftlichen Arbeiten angefertigt, die mündliche Prüfung findet am 19. März statt.
Für die öffentliche Osterprüfung ist zufolge einer Verfügung des Grossherzogl. Staatsministeriums vom 22. Januar 1896 ein Tag bestimmt worden, an dem die unteren Klassen vorgeführt werden, die fast allein von jeher den Besuch von Gästen erhalten haben. Der Schluss des Winterhalbjahres erfolgt am 27. März im Laufe des Vormittags mit der Versetzung der Schüler und der Verteilung der Censuren.
Es ist auch an dieser Stelle dankend zu erwäbhnen, dass den Lehrern Gehaltszulagen bewilligt wurden(M.-Vf., 5. Mai 1895 und 8. Januar 1896).
Auf Veranlassung einer durch die Eisenacher und die Weimarische Zeitung veröffentlichten, an den Landtag zu richtenden Petition zahlreicher hiesiger Einwohner, in der der Bau eines neuen Gymnasiums beantragt ward, unterzog im Januar Herr Geh. Staatsrat Dr. von Boxberg in Begleitung des Herrn Baurats Kriesche und des Direktors das Gymnasialgebäude einer eingehenden Besichtigung.
In die Reihe der Stiftungen und Vermächtnisse, die dem Gymnasium im Laufe der Jahre zu Teil geworden sind, ist jetzt neu eingetreten die Carl Otto Hensgen-Stiftung im Betrage von 4500 Mark. Der Photograph Carl Wilhelm Hensgen und seine Ehegattin Caroline Marie Hensgen, geb. Langlotz hatten als einziges Kind einen Sohn, der im Jahre 1882 als Schüler der Obertertia starb. Zu seinem Andenken haben die Eltern in einem gemeinschaftlichen Testamente, Eisenach, den 15. Dezember 1886, diese Stiftung gemacht, die nach dem bereits vor mebreren Jahren erfolgten Tode des Ehegatten, jetzt nachdem auch die Ehegattin am 26. Oktober verstorben war, dem Gymnasium zugefallen ist. Das Grossherzogl. Staatsministerium erteilte zur Annahme des Vermächtnisses durch
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