Studientagen im Winter, einem in jedem Monate für die Klassen Ia— IIb, wird die Klassenlektüre weiter fortgesetzt, so dass grössere Stücke im Zusammenhange gelesen und daan in kürzerer Zeit besprochen und durchgegangen werden.
II. Grammatik und schriftliche UÜbungen. Beide sind als Mittel zu dem in I. bezeichneten Zwecke zu behandeln, unbeschadet der selbständigen Bedeutung der Grammatik. Die lateinische und griechische Grammatik sind stets unter Vergleichung zu stellen: in der Formenlehre bietet sich dazu seltener die Gelegenheit und die Nötigung; dagegen zwingt dazu die Behandlung der Syntax. Eine solche vergleichende Betrachtung erhellt das Eine durch das Andere. Die Grammatik soll die wesent- lichsten Gesetze der Sprache behandeln, nicht aber deutsch-lateinische oder deutsch-griechische Regeln geben. Daher ist die beobachtende Form der Grammatik von Bedeutung, und die Schüler sind immer zur Beobachtung bei der Erklärung der Schriftsteller zu veranlassen. Die lateinische Stilistik ent- hält als wesentliche Teile die Satzverbindung, die Satzformen, die Wortfolge, die Stellung der Sätze, die Formen der Anordnung und die Formen der Beweise. Eine kleine Anzahl von Beobachtungen über den Gebrauch der Nomina und Verba, die bei der Lektüre gewonnen werden, tritt etwa noch hinzu. Für die Bedeutung, die allen diesen Lehren beizulegen ist, entscheidet immer die Förderung, die das Verständnis der Schriftsteller durch sie gewinnt. Die schriftlichen UÜbungen des Übersetzens in die fremde Sprache schliessen sich an die Lektüre an, auf den oberen Stufen treten daneben auch frei gewählte Vorlagen. Von Zeit zu Zeit werden von Untertertia an für das Lateinische, von Untersekunda an für das Griechische Ubersetzungen aus der fremden Sprache als Aufgabe gestellt. Da solche UÜbersetzungen in jeder Lektüre-Stunde mündlich betrieben Werden, so wird von schriftlichen Übungen dieser Art eine kleinere Anzahl die Regel sein, als von den Uber- setzungen in die fremde Sprache. Zwei in jedem Halbjahre sind nôtig und eine angemessene Zahl; doch können nach dem Ermessen des Lehrers auch mehr solcher Arbeiten gemacht werden, wenn es das Bedürfnis der Klasse als nützlich erscheinen lässt.
IV. Griechisch.
Untertertia. 7 Std. Kursus einjährig. Grammatik bis zum Verbum purum, mutum, liquid. (ausschliesslich der auf). Lernen von Vokabeln und Ubungen im schriftlichen und mündlichen Ubersetzen aus einer Sprache in die andere. Alle 14 Tage eine Klassenarbeit, namentlich auch über Formen, daneben häusliche Arbeiten. Lesen, Vokabellernen und Ubersetzen aus einem Lesebuche, welches für diese Klasse den Schriftsteller ersetzt.
Obertertia. 7 Std. Kursus einjährig. Schriftstellerlesung: Xenophons Anab.; im Winter leichtere Abschnitte derselben, die schwereren Reden werden zum Teil vom Lehrer vorübersetzt und kurz erklärt. 4— 5 Std. Grammatik und UÜbungen. Abschluss der Formenlehre, Verba auf, unregelmässige Verba. Wiederholung der ganzen Formenlehre. Alle 14 Tage eine Klassenarbeit im Anschluss an die Grammatik, auch über die Formen. 3— 2 Stunden.
Untersekunda. 7 Std. Kursus einjährig. Schriftstellerlesung: a) Prosaiker Xenophons Anab.; die Lesung dieses Werkes ist in dieser Klasse möglichst zu Ende zu bringen, wenigstens in einer UÜbersicht über das Ganze. 3 Std. b) Dichter: Homers Odyssee. Zu Anfang des Schülerjahres Vor- bereitung mit Hilfe des Lehrers, Erläuterung der homerischen Formenlehre, daneben langsames Lesen, allmählich schnelleres Vorwärtsgehn mit Zuhilfenahme der Studientage im Winter(Vergl. Ober- sekunda). UÜbung im Auswendiglernen. 2 Std. Grammatik und Ubungen. Die Lehre von den Kasus und Präpositionen. Benutzung der Ubungsbeispiele der Grammatik zum mündlichen Ubersetzen. Wiederholung der regelmässigen Formenlehre. Übersetzungen wie in J. und IIa. Alle 14 Tage eine Arbeit zur Durchsicht. 2 Std. Lesung der Odyssee an den Studientagen in den Wintermonaten. In Gesamtsekunda ist das ganze Epos zu lesen. Daher Vereinbarung mit Obersekunda.
Obersekunda. 7 Std. Kursus einjährig. Schriftstellerlesung: a) Prosaiker Xenoph. Hellenika (der Abschnitt von der Schlacht bei den Arginussen und diese selbst, der Prozess der Feldherrn, die Dreissig); Lysias, Herodot, Plutarch. 3 Std. b) Dichter: Mit Hilfe der Studientage ist die Odyssee
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