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Bericht über das Schuljahr 1883 1884.
I. CHRONIK.
Der Unterricht begann am 2. April, Herr Dr. Flex(vgl. Programm 1883 S. 8) trat an diesem Tage als provisorischer Lehrer ein. An der Stelle des verstorbenen Musikdirektors Herrn Helmbold(vgl. Programm 1883 S. 8) übernahm Herr Professor Thureau von hier den Gesangunterricht.
Am 22. Mai fand der übliche Spaziergang der Schule klassenweise unter Führung der Lehrer statt.
Am 2. Juni unternahmen auch in diesem Jahre, wie bereits im vorigen(vgl. Progr. 1883 S. 8) die Schüler der Klassen von Prima bis Untertertia unter Führung einiger Lehrer eine Fahrt nach Weimar zum Besuch des Museums und anderer Sehenswürdigkeiten, abends fand eine Vor- stellung des Wilhelm Tell im Theater statt, zu welcher die Grossherzogl. Generalintendanz des Hoftheaters Eintrittskarten zur Verfügung stellte. Wir statten auch an dieser Stelle für die freundliche Einladung und die liebenswürdige Aufmerksamkeit der Grossherz. Generalintendanz unsern ergebensten Dank ab.
Am 21. Juni begingen Lehrer und Schüler das h. Abendmahl. Die Beichtrede hielt Herr Oberpfarrer Dr. Marbach.
Der Geburtstag unseres Landesherrn wurde in herkömmlicher Weise durch einen Festaktus begangen. Herr Prof. Kunze wies auf die hohe Bedeutung des Tages für unser Land hin, schloss daran herzliche Segenswünsche für das fernere Wohlergehen des Landesherrn und seines hohen Hauses und charakterisierte dann Luthers tiefgreifende Einwirkung auf das geistige und sittliche Leben des deutschen Volkes. Der Rede folgten abwechselnd mit Gesangsvorträgen Deklamationen von lateinischen, französischen und deutschen Gedichten durch Schüler sämtlicher Klassen.
Der 2. September ward durch Vorträge vaterländischer Lieder und Gedichte gefeiert.
Die Herbstprüfungen wurden vom 19. bis 21. September abgehalten, das Halbjahr am 22. geschlossen. Das Winterhalbjahr begann am 8. Oktober.
Zur Feier des 400jährigen Geburtstags von Dr. Martin Luther fand am Vormittag des 10. November eine Schulfestlichkeit statt, bei welcher Herr Dr. Delius die Festrede über den Refor- mator hielt. Die Schüler hatten fast ganz aus dem Ertrag eigener Sammlungen eine neue kostbare Schulfahne angeschafft, welche an diesem Tage zum ersten Mal entfaltet werden sollte, um in dem allgemeinen Festzuge der ganzen Bürgerschaft nach der Wartburg den Schülern des Gym- nasiums vorangetragen zu werden. Die Fahne wurde in dem Schulaktus durch den Direktor mit dem Ausdruck herzlichen Dankes an alle Schüler als künftiges Eigentum der Schule entgegen- genommen und feierlich eingeweiht. Auch an den übrigen zur Feier des Tages getroffenen Ver- anstaltungen beteiligten sich Schüler des Gymnasiums, an dem Morgengesang auf dem Marktplatz und an den lebenden Bildern, die im Theater gestellt wurden. Unsere Anustalt ist bekanntlich die geschichtliche Erbin derjenigen Schule, in welcher Luther hier in Eisenach seine erste Bil- dung erhalten hat.
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