Jahrgang 
1876
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DAS COLLEGIUM DER THVvIADEN ZV DELPHI

I

1. Der heilige Kalender von Delphi war so geordnet, dass die dem Apollon gewidmeten Festfeiern in die neun Sommermonate fielen, während der Gottesdienst des Dionysos in den drei Wintermonaten vorwaltete. Denn also berichtet Plutarch über das Verhältniss beider Götter (de ei ap. D. 9, p. 389 b): rTsi* ναηα ⁵σοο τυν ττέοο⁶⁴dον εμνναιαα έναmςο⁵ας, d usisoν d' rie drεοας,*⁶οον ααονσσπ,³ ε τ νπ̈όμoνν⁸ ενιινιν, τ αααν Loroν ioodvtss suœ*ᷣα 10 αe‿ον ενιαννπινιν ταοσνꝙ νρυνιασ πεαι τάς υοσιαm, doονννον ε εοανμ νοο ssiαↄννε ν dνυ⁴σ‿σμ⁵ον, τν ε ταααναχα ναœαακαιανααᷣνσαeννινεε, 9 vAs dyr sueinos roν‿oν ᷣr᷑zxuesανν ϑεν. In das Winterhalbjahr fällt die αισuxo õödes Apollon. Man glaubte in Delphi, wie in Delos und anderwärts, dass dieser Gott zu Beginn des Winters sein Heiligthum verlasse und während der kalten Jahreszeit im Lande der Hyperboreer verweile. Wir dürfen annehmen, dass man die Apollinische Zeit alljährlich mit einem Abschiedsfeste beschloss und dabei auch im Pythischen Heiligthume dεμκν ο mo⁶GCꝙmπηαπτνν sang, wie sie für Delos und Milet von dem Rhetor Menander be- zeugt werden ¹). Kam dann der Frühling wieder, so kehrte der Gott, von Schwänen getragen, nach Delphi zurück. Im Gottesdienst aber eröffnete man die Reihe der Apollinischen Feste mit der glänzenden Feier der Epidemie oder Epiphanie; vgl. Prokop(epistologr. Gr. ed. Hercher Paris 1873 n. XX p. 540): 006 2 v⁴eο ꝛ⁴μot sAρ ωσ0lbανᷣν dmνπάeια̈να τον Tνιον οοαννο, si œ τανιοο ⁵dσςι ³εοοσmν(νσσ τ επιι⁴ινμ̈ᷣsνμρμμννο. Dies ist dasselbe Fest, welches Herodot I, 51 2 ϑοααα nennt. An diesem Tage fanden feierliche Opfer statt und erschallten Einladungsgesänge und Päane an den Gott, wie der des Alkaios einer war, dessen Inhalt Himerios überliefert hat. 2) Der Delphische Frühlingsmonat ist aber der Bysios, welcher dem Attischen Anthesterion entspricht, also etwa in die zweite Hälfte des Februar und die erste des März fällt.

¹) de encom. I, 4: ot roiube Aromsumxo ειν, 2l rονυννιι, ro MAurizos unsvvrio. nus yovr s Grroααεαμς σεςμνmνvσπQð⁹5,RGeĩν?Qꝛηιι νυυννιιόασέναι, οioνν ενααοννοα αC³dπ εs ⁶νοααεοντααα πια dνυνιοοσι τĩ diες, zl Aoréα⁴ι⁶οςοσ πόαα ⁴ôoyeiots: sio roisue, zul r0 Bcrrdid noe nons urinoi. Nach weiterer Ausführung heisst es schliesslich: Grα̈κ( yiueooα u d sdTu St Sr⁵ς εκ̈μι devreéod. Vgl. Spanheim zu Callim. Ap. 14. Eine eigene Schrift 4r⁴αςανονοο εmσιπωάνeœαάαhatte Istros verfasst, Müller, fr. hist. Gr. I, 422, 33.

²) Orat. XIV, 10. Bergk. p. I. Gr. 930. Himerios sagt freilich roν ϑςο τ ‿μεσν, aber damit stimmt der Nach- tigallengesang, den er erwähnt, nicht; Monat des Nachtigallenschlages ist in Griechenland der April, vergl. A. Mommsen z. Kunde des Gr. Klimas S. 23. Zudem scheint in Bezug auf die Zeitangabe eine Verwechselung mit Delos vorzuliegen, vgl. Serv. ad Aen. IV, 143: nam constat Apollinem see mensibus hiemalibus apud Pataram Lgciae civitatem dare responsa et sew aestivis apud Delum. Geburtstag des Apollon nebst Epiphanie ward in Delos am 7. Thargelion gefeiert, Diog. Laert. III, 2. A. Mommsen, 2. Beitrag z. Zeitrechnung d. Gr. u. R. S. 409. 1