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vnde czeichen SF. statt vil czeichenlichen haben hs. und L unzellichen. das mhd. wb. IIl, 864b, 32 führt aus Jerosch. 1. d. an sin vil zeichinlichir tròst. über den gebrauch dieses wortes bei Joh. Rothe s. Rückert z. leben des h. Ludw. 86. 10 p. 151.— in den letzten worten des cap. ist nach SF diz synt der kunste wunder herzustellen. der kunsten L. derglei- chen fehlerhafte wortformen sind sehr oft aus der hs. unbesehen und unverbessert in die ausgabe übergegangen.— 76, 14: die vorffen mit schludern(Sleudern hs.) nach vogelichen S. mit schlengkern F. da zwischen beiden lesarten hier zu wählen ist, so entscheide ich mich für die zweite und meine, dass slenkere das von Rothe gebrauchte wort ist. es findet sich wieder im rittersp. 1141: zcu deme duam David gegangin mit einer slenkirn und sime steckin, und in Purgoldts Eisen. rechtsb. 123. 5: do erschlug her Goliam den ressen mit seime hertstabe und schlenckirn, wo in den hss. HW auch schleudern gelesen wird. das von Schlorff geschriebene sw. subst. sludere ist im mhd. wb. noch nicht verzeichnet. vgl. Schade unter sliuthan— z. 19: da solde er(Pilatus) rangen mit des Konnigis son. SL. ringen F. der form rangen möchte ich vor der andern gleichfalls den vorzug geben; sie kommt durch den reim geschützt vor in Rothes gereimter passion(hs. der königl. bibl. in Dresden) bl. 20: da begondin si mit einandir rangin, Si wurfhfin den stein und schossin die stangin, und in dem von Vilmar herausgegebenen gedicht„von der stete ampten“ 191: in den armen ist sere die sterke—— Als man diez gemeinlich wohl acht An tragen und an rangen, An umbevahen und bedrangen. vgl. Bech in Pfeiffers Germ. bd. 9, 177.— 88, 13. Alexander sagt zu seinem vater Philippus: vatir, sende mich nu uss uff deyne viende, das ich mich gerbe. so L. was soll gerbe heissen? sehen wir SF nach, so finden wir in der einen gevbe, in der andern geube. — 109, 23: dorumb ſso ome ich zu dir, alsso zꝛ egme thummen, der mit segner hochfart sich erhe- bit obir das her nmmer werdit, unde wil mit om totlichen vechten. L. statt mit om geben alle hss. mit eyme. zu seiner änderung bemerkt hr. v. L.„eSme hs., hier und öfter so geschrieben. d. h. doch wol nur verschrieben und deswegen sonst im Text stillschweigend geändert.“ diese worte sind mir nicht verständlich. Alexander verweist dem könig Porus, der sich einem gotte gleich stellte, seinen hochmuth; er erkennt in ihm nur einen sterblichen menschen und will mit ihm als einem solchen kämpfen. das sagt die lesart der hss. und in Ekkhards worten 69. 18 ist derselbe sinn enthalten: quia vero dicebat epistola tua, quod non solum hominibes verum etidm diis existas imperator, ego ita pugnaturus venio, quasi eum homine barbaro et qui se multum eætollit, non duasi cum deo, quia unius dei arma totus mundus sufferre non potuit.— 114, 5: do dwomen ouch wilde lewte(l. late) geloufen uf das heer do musten die ritter mit vechten die nacht abe triben und mit geschutzte, hs. der hsgbr. meint Joh. Rothe habe etwa geschrieben „do musten die ritter vechten die nacht(während der nacht) unde sie abetreiben mit speren ande mit geschutze.“ die verbesserung war in SF zu finden: musten die ritter mit vechten— abetriben vnde mit geschutze. s. Bech in der Germ. bd. 5, 232.— do machten sie an der andern nacht ein feuer(fure S) umb sich, uf das die thir nicht zu on wemen L. vnde das die thire nicht czu on Quemen SF. unde kann hier wohl beibehalten werden. die stelle bietet ein beispiel des für die jetzige sprache pleonastisch gebrauchten unde vor einem untergeordneten satze, hier vor einem absichtssatze. ein gleiches beispiel findet sich 617, 15(1774 Menck): do daz dy von Erfforte vornommen, do liessin sy von allin phaffin, monchin vnde schulern enn schone processien machen, vnde daz dν vor dνꝶ stat gelegtin soldin mit gesange vnde gebete. ferner 665, 5 vor den vielen heuschrecken im jahre 1338 deckten die leute die brunnen zu, unde dus sie die icht mit êrem gesmeisse vorgiſten. so hs. hr. v. L. änderte unde ohne noth in vmb dagegen möchte ich 114. 7 selbst gegen die hss. cht statt nicht schreiben nach dem mhd. sprachgebrauch. sonst auch von Joh. Rothe gebraucht, dass nämlich 7h’t, icht in untergeordneten sätzen mit das vernei- nenden sinn hat= niht, nicht.


