Jahrgang 
1864
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de Claudio Civile Batavorum libertatis vindice, Eduard von Eichel-Streiber: la relation d'Horace avec Auguste, Max Reinhard: quo modo adolescentes patriam amare oporteat, Karl Slevogt über die tragische Bedeutung von Euripides' Medea; zuletzt sprach Fritz Bran die Abschiedsworte in gebundener deutscher Rede. Hierauf entliess der Direktor nach kurzer Ansprache die Abgehenden mit Einhändigung ihrer Prüfungszeugnisse und Entlassungsscheine. Auch diese Schulfeierlichkeit wurde mit Gesang begonnen und geschlossen.*

Turnen.

Auch in dem zurückgelegten Schuljahre war es nicht möglich regelmässige Turnübungen vorzu- nehmen. Die bisherigen Geräthschaften waren grossentheils unbrauchbar geworden, neue anzuschaffen erschien bei der Unzulänglichkeit des Gymnasialturnplatzes für die jetzige Schülerzahl unzulässig. Zwar gestattete das Commando des hiesigen Grossherzoglichen Bataillon freundlichst den Schülern die Benutzung des Militär-Turnplatzes, allein bei der Erweiterung der Uebungen für das Militär selbst fiel nach kurzer Benutzung die geeignete Zeit des Turnens für die Schüler weg. Dem Bataillons-Commando aber spricht die Direktion hier nochmals herzlichen Dank für seine dem Gymnasium erwiesene Freund- lichkeit aus. In den Wintermonaten vereinigten sich mehrere Schüler der obern Klassen mit Geneh- migung der Direktion zu Freiübungen unter einem militärischen Instruktor in dem Saale eines hiesigen Gasthofes und später wurde ihnen von dem Vorstande des hiesigen Turnvereins der Gebrauch der Winterturngeräthe desselben gegen eine Entschädigung von 3 Thalern gewährt. Diese Summe glaubte die Direktion den Schülern aus der von früheren Beiträgen derselben gebildeten Turnkasse ersetzen zu müssen. Der Bestand dieser Turnkasse war am Schlusse dieses Schuljahres 44 Thlr. 9 Sgr. 10 Pf., wovon 43 Thlr. 14 Sgr. 5 Pf. in einem Sparkassebuche angelegt sind.

Rescripte des Grossherzoglichen hohen Staatsministerium, Departement der Justiz und des Kultus.

Vom 17. Juni 1863: mit Bezug auf ein in Abschrift beigefügtes Gesuch mehrerer stenographischer Vereine des Grossherzogthums, die Einführung der Stenographie auf Gymnasien und Seminarien be- treffend, wird die Direktion zum gutachtlichen Bericht über dieses Gesuch aufgefordert.

Vom 5. December: für Preussen sind statt 168 künftig 170 Exemplare des Programms einzusenden. Siehe Programm von 1863 Seite 14.

Vom 3. August und 2. September 1863: den Urlaub zur Fortsetzung der Badekur über die Som- merferien hinaus und eine Remuneration für Herrn Professor Dr. Weissenborn betreffend.

Vom 25. August und 17. September: Genehmigung des von der Direktion beabsichtigten Actus zur Feier des 18. Oktober und Gewährung einer Summe zur Vertheilung von Bücherprämien an Schüler bei dieser Feier.

Stiftungen.

Das Uber'sche Stipendium für das Jahr 186 3 erhielt nach Rescript vom 10. Juni 1863 der Prima- ner Rauch.

Das Calmberg'sche nach Rescript vom 13. Oktober: in Prima Rebling, Dolch, Rauch, in Sekunda Landmann, Ausfeld, Hoffmann.

Das Elmpt'sche Legat nach Rescript vom 20. November: in Prima Schmidt, in Secunda Rommel. in Tertia Anhalt.

Die kalligraphischen Prämien, die jetzt zum ersten Male auch für Sexta gewährt wurden, nach Rescript vom 18. Februar und 9. März 1864: die Quartaner Wepler und Wertheim, die Quintaner Heusinger und Liebetrau, die Sextaner Stauch und Tischer.

Das Görwitzsche Legat nach Rescript vom 22. März der Primaner Bach.