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halben gulden jerlichs Zeinſes, dem Erßamen und wießen Hanßen ſchalben burger zeu Iſennach und gelen ſiner elichen wirtin, da⸗ vor ſie uns nütezlich und wol bezcalt haben 360 gute und geneme riniſche gulden—. Und des got zeu lobe und einen ewigen teſta⸗ ment, ßo haben die— keuffer den gemelten heringszeinß beſcheiden und ewiglich gegeben— den andechtigen vetern und brudern dem priori und convent prediger ordens in Iſennach— Alſo das wir den ſelbigen vetern und brudern eine thonne gutis herings geben ſullen— uff Sontag Invocavit—, die andere uff ſanct Andreas tag— den halben Gulden uff Invocavit den zweien ratß meiſtern zweien kemmerern und dem ſiatſchreiber zeu preſentien, uff das ſie fließ ankeren ſullen, den heringßzinß zeu reichen.“ Nun folgt der Vorbehalt des Wiederkaufs mit dem Verſprechen, das Geld immer wieder in der oben erwähnten Weiſe anzulegen. Der Convent dagegen macht ſich verbindlich, den Gebern, ihren Eltern und Erben jährlich 4 Anniverſarien zu„begehen mit den ampten der vigilien und ſelemeſſen“. Der Brief wird verſehen„mit unſerm der Stadt großen ingeſigil“,—„freitag nach Martini episcopi“ ac.
Nr. 21. 1493. Zwei Briefconcepte. a. Brief des Dominikaner⸗Prior zu Eiſenach an den Kurfürſt Friedrich mit Bitte um Unterſtützung wegen des Kloſters Ar⸗ muth. b.(Zeit unbeſtimmt.) Brief der„Carthäuſer und Prediger“ zu Eiſenach an den Kurfürſt Johann, in welchem ſie ſich zum Bierbrauen 2—3 Malter Malz erbitten.
Nr. 22. 1495. Zinsverkauf mit Wiederkauf.
„Ich Hermann Molßdorff— tzu Madelungen bekenne— daß ich— verkouffe— einen halben rinſchen Gulden ierlichs tzinß — dem veſten Hanßen von Crutzeburge Margarethen ſyner elicher wertin— und auch allen die diſſen brieff innehaben, darumb er unß— betzalt hat ſechs rinſche— gulden.“(Zugleich weiſt dieſer die Zahlung auf ſeinen„Underſaſſen und man— Curd Motzen — tzu Madelungen“ an)„am Dinſtag nach Urbani.“
Nr. 23. 1508. Zinsverkauf. „Ich Ernſt von harſtal zeu Myla vor mich hannß und Jorge myne Sone“(dieſer übernimmt einen Zins von 2 Gulden, den die Gemeinde zu Myla dem Predigerconvent zu Eiſenach für 50 Gulden verkauft hatte, gegen Zahlung von 50 Gulden, und weiſt den Zins auf ſeine Erbzinſen in Myla an).„Gegeben uff Dinſtag nach dem Sontage Judica in der heiligen vaſten.“
Nr. 24. 1515. Brief von Max I. an Friedrich den Weiſen.
Kaiſer Marimilian I. befiehlt dem Kurfürſt Friedrich von Sachſen, nachdem der Papſt den Dominikanern in Augsburg Indulgenz und Ablaß verliehen, das Geld allenthalben„in Arreſt und Verbot zu legen“, weil es ohne des Kaiſers„Wiſſen und Verhängniß“ geſchehen ſei und weil dadurch„der heilige Geiſt in Sachſen“ Nachtheil erleide(d. h. die Caſſe für die Armen und für den Gottesdienſt).
Nr. 25. 1516. Zinsverkauf. Ludovicus Crafft, Prior des Predigerkloſters in Eiſenach, confirmirt einen Zinsverkauf. Hans Mathes, Bürger in Eiſenach, verkauft nemlich der Stiftskirche daſelbſt 1 rhein. Gulden jährlichen Zins von 5 Acker Land am Stedtfelder Wege, welches zu Lehn geht bei dem Prior und Convent Predigerordens.
Nr. 26. 1538. Zinsübertragung.
„Margarethe Zieglerin Wittfraw und Bürgerin zu Eyſenach“ übernimmt den Zins von 1 Gulden, welchen ihr Mann für 15 Gulden an das Predigerkloſter verkauft und auf ein ihm gehöriges Haus in der Georgengaſſe verſchrieben hatte, der aber ſeit„der peuriſchen aufrur“ nicht bezahlt worden war, und überträgt denſelben auf ihr Haus in der Untergaſſe, jedoch dergeſtalt, daß ſie nicht mehr 1 Gulden Zins giebt, ſondern 15„ſchnebergiſche Groſchen— vermoge churfürſtlicher landsordination Die erſamen und wey⸗ ſen Rathsmeiſter und Rath als lehnherrn dieſer verpfenten behauſung“ hängen der Stadt Siegel zur Beſtätigung an.„Gegeben Donnerſtags nach deme Sontage Jubilate“ u. ſ. w.
Nachtrag.
Ueber Pitancia auf S. 11 u. 21 vergl. das ſoeben erſchienene Werk von J. Voigt, Geſch, des deutſchen Ritterord. Berlin 1857, I, S. 305 ff. Dieſer verdiente Forſcher bezeichnet die ganze Anniverſarienſtiftung mit dem Namen pitancia oder pietancia und führt intereſſante Beiſpiele ſolcher Schenkungen an, Für die angegebene allgemeine Bedeutung iſt mir aber ein urkundlicher Beleg noch nicht vorgekommen. 3
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