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Das iſt die älteſte Molltonleiter, welche das Charakteriſtiſche dieſer Tonart in allen drei Hauptakkorden, des Grundtones, der Quarte und der Quinte vollſtändig in ſich trägt und früher unter dem Namen geoliſche Skala bekannt war.*) Sie iſt als Normalmolltonleiter zu betrachten und hat in unſerem Notenſyſtem gar kein Vorzeichen, wie Cqur.
Dieſe Molltonleiter läßt aber neben ſich auch noch andere zu. Wenn man nämlich für den Grundton A den Mollakkord Ace und für die Quarte d ebenfalls den Mollakkord d f a bei⸗ behält, aber für die Quinte e den Durakkord e gis h einſetzt, erhält man für C= 1 die Leiter
A T e d e f ris a h G c.
6 15 9 3§ 25 10 1,5 3„ 2
3 1 und für A= 1 mit zugefügten Intervallen. 4 11 6G ü15 hh. 1 9 6 27 3 8 15 2 9 12 8 5 20 2 5 8 4 5 1 44 1 3 42 1 1 1 1 u. ſ. f 1. 11 1, 34 1 1 6
1 5 In dieſer Leiter haben wir zwar wieder den Vortheil, daß uns die große Septime gis gefälliger zur Oktave a, mithin auch zum Mollakkord unſeres Grundtons A hinleitet, weil zwiſchen gis und a nur ein großer halber Ton liegt, wie in der Cdur-Tonleiter zwiſchen H und c; dagegen hat ſich aber auch der Nachtheil eingeſchlichen, daß zwiſchen k und gis eine übermäßige Sekunde 1 zu 54 vorkommt. Weil die Durakkorde ſchärfer klingen als die Mollakkorde, wollen wir ſie die ein⸗ mal geſchärfte Molltonleiter nennen.
Um den erwähnten Nachtheil wieder gut zu machen, kam man auf den Gedanken: nicht nur der Quinte e, ſondern auch der Quarte d ihren Durakkord d fis a zu geben. Dadurch erhält man für C= 1 die zweimal geſchärfte Molltonleiter,
A H c d e fis gis a 1.. und für A= 1 mit zugefügten Intervallen
A, d üs is a 1 3 3 275 5 2 8 5 26 2 1 6 8 55 1 6 1 1 5 1 9 1 1 19 1 A 9 1 1
1 welche rückſichtlich der Intervalle große Aehnlichkeit mit der Cdur⸗Tonleiter hat, nur mit dem Unter⸗ ſchied, daß ſchon zwiſchen der Sekunde II und der Terz c ein kleiner ganzer Ton(kleine Terz) liegt, während zwiſchen der Terz c und der Quarte d wieder ein großer ganzer Ton zu liegen kommt, welches Beides in der Dur⸗Tonleiter umgekehrt der Fall war.
*) G. Weber's Theorie d. Tonſetzk. IV. Lief. Seite 163.
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