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Abgange auf die Univerſität vor Erfüllung des vorſchriftsmäßigen zweijährigen Curſus in Prima dispenſationsweiſe geſtattet werde, vorausgeſetzt, daß derſelbe den ſonſtigen in Frage kommen⸗ den Bedingungen völlig Genüge leiſte.— Die Gymnaſialdirektion wird davon benachrichtigt, um auch der etwa hierbei zu befürchtenden Konſequenz möglichſt zu begegnen.
Allgemeines.
Der Lehrplan für den am 20. April eröffneten Kurſus war im Weſentlichen nach ſeiner Grund⸗ lage und ſeinem Endziele nicht verſchieden von dem früherer Jahre. Nur waren die verwandten ſprach⸗ lichen Lektionen, ſoviel wie möglich, in allen Klaſſen hinter einander gelegt, alſo z. B. die Lektüre und die praktiſchen Uebungen im Lateiniſchen wie im Griechiſchen, ſo daß ſich die Lehrgegenſtände nicht immer unterbrächen, ſondern eine Sprache 2—3 Stunden nach einander betrieben würde. In den beiden erſten Klaſſen, wo anhaltende Aufmerkſamkeit und zuſammenhängendes Denken eher mög⸗ lich und zu erwarten iſt, war der griechiſche und lateiniſche Proſaiker in 2 Stunden hinter einander geleſen worden. Endlich wurden in Secunda, wo es allein ausführbar war, der Hiſtoriker und Redner nach, nicht neben einander geleſen, im Sommerhalbjahr Sallustius, im Winterhalbjahre Ci- cero. Dieſe Einrichtung ſcheint zweckmäßig geweſen zu ſein.
Am 10. und 11. Juni, ſowie am 28. und 29. Oktober fand die Beicht- und Abendmahlsfeier des Gymnaſiums Statt, wobei zuerſt Profeſſor Dr. Weißenborn, dann Profeſſor Dr. Rein die Vor⸗ bereitungsandacht hielt.— Das Privateramen ſämmtlicher Klaſſen wurde am 24. und 25. Septbr. abgehalten, darauf am 26. die Cenſurvertheilung für das Sommerhalbjahr vorgenommen.
Die Sommerferien waren, da zwei Lehrer eine Badekur zu gebrauchen genöthigt waren, mit Genehmigung des Großherzoglichen Oberkonſiſtorium um eine Woche verlängert worden, nachdem die Lehrer ſchon eine Woche vorher die abweſenden Kollegen vertreten hatten. Zu Michaelis kürzte ſich das Lehrer⸗Kollegium die Ferien ab.
Am 24. Auguſt hatten wir die Freude, Herrn Präſidenten Komthur Dr. Peucer ſämmtliche Klaſſen beſuchen zu ſehen.
Profeſſor Dr. Mahr und der Religionslehrer der drei unteren Klaſſen, Archidiakonat⸗Subſtitut Kohl erhielten je 50 thlr. als außerordentliche Gratification, was der Direktion durch Zuſchrift der Ephorie am 20. November eröffnet wurde.
Am 2. Februar 1847 beging das Gymnaſium die Geburtsfeier Sr. Königlichen Hoheit, ſeines gnädigſten Beſchützers und Erhalters. Der Direktor hielt die lateiniſche Feſtrede. Dann ſprach der Primaner Ett ein deutſches metriſches Gebet, der Primaner Heinrich Reinhard eine lateiniſche Feſt⸗ ode. Der Primaner Meyl und die Sekundaner Hohmann und Frey trugen ebenfalls eigene dichteri⸗ ſche Verſuche in deutſcher Sprache vor, aus den 3 übrigen Klaſſen deklamirten je 2 Schüler deutſche Gedichte. Der Gymnaſialchor führte einige Geſänge aus.
Am Schluſſe des vorjährigen Oſterprogrammes war gemeldet worden, daß von den 93 Schü⸗ lern, die das Gymnaſium beim Beginne des Winterhalbjahrs hatte, 8 während deſſelben die Anſtalt verlaſſen hatten. Außerdem gingen zu Oſtern 1846 noch ab: aus Quinta Karl Voigt und Wilh. Hohmann; aus Quarta Hermann Hagemann, aus Tertia Gottfried Lindig, beide um ein Handwerk zu erlernen; aus Secunda Otto Wollenhaupt, um Oekonom zu werden; aus Prima Emil Kühn, um ſich dem kameraliſtiſchen Fache zu widmen. So blieben am Schluſſe des vorigen Schuljahres 79 Schüler.
Aufgenommen wurden zu Oſtern 1846 17 Schüler, nämlich: Chriſtian Müller in Prima, Peter M atthes in Secunda, Heino Göpel in Tertia, Johann Juſtin Weißhaar, Karl Jo⸗ ſeph Göring, Karl Friedrich Robert Völker, Georg Louis Dietrich Albert Schröder in Quarta, Emil Meurer, Friedrich Breyding, Franz Möder, Rudolf von Seebach, Otto Klüber, Theodor Degenring, Adolph Müller, Guſtav Voppel, Ferdinand Weitemeyer, Edwin Simmer in Quinta.
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