Jahrgang 
1844
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Nachrichten

über das Großherzogliche Carl EFriedrichs-Gymnaſium

von Oſtern 1843 bis Oſtern 1841.

Mehrere Jahre hindurch hatten die Lehrer der Anſtalt das Glück, einige unbedeutende, bald vorübergehende Störungen abgerechnet, in ungeſchwächter Kraft und Geſundheit für Erfüllung ihres Berufes thätig zu ſein. Wir konnten dem Himmel nicht genug dafür danken. Nicht ſo erfreulich war das nun zurückgelegte Schuljahr. Denn nachdem ſchon einige bedrohliche Anzeichen geſchwächter Körperkraft vorangegangen waren, erſchien der Zuſtand des Profeſſors Chriſtian Auguſt B riegleb, Klaſſenlehrers der Secunda, ſo bedenklich, daß ein längerer Urlaub für ihn höchſt wünſchenswerth ſein mußte. Durch die Gnade Sr. Königl. Hoheit, des Großherzogs wurde demſelben zur Herſtel⸗ lung ſeiner Geſundheit für das erſte Halbjahr Urlaub gewährt. Die Direktion wurde davon durch Hohes OKReſcript vom 31. März benachrichtigt ſowie davon, daß nach erfolgter Höchſter Geneh migung für dieſe Zeit ein geeigneter Hülfslehrer angenommen werden könne. Der Kollaborator des hieſigen geiſtlichen Miniſterium, Herr Jaco bi, ein ehemaliger Zögling der Anſtalt, erklärte ſich bereit zur interimiſtiſchen Hülfslehrerſtelle in Quinta, und dieſe Maasregel erhielt durch Reſcript vom 21. April die Genehmigung des Hochpreislichen Oberkonſiſtorium. Darauf rückten ebenfalls für den erwähnten Termin die bisherigen Klaſſenlehrer von Tertia, Quarta und Quinta als Hauptlehrer der höheren Klaſſe ein. Doch war Proofeſſor Briegleb nach dem Ablauf des erſten Semeſters außer Stand, ſein Amt wieder zu verwalten, vielmehr zeigte ſich die Nothwendigkeit ſeiner Penſionirug, um welche er ſelbſt bei der Hohen Behörde einkam. Dieſe wurde durch Höchſtes Reſcript vom 3. Novbr. gnä⸗ digſt bewilligt. Nach 25jähriger Amtsthätigkeit ſchied er von der Schule, um welche er in ſeinen rüſtigen Jahren durch Geiſt, Gelehrſamkeit und kräftige Disciplin große Verdienſte ſich erworben hatte, in einem Alter, in welchem manchem Schulmanne es vergönnt iſt, noch ſeegensreich zu wir ken. Der lebendigſten Theilnahme ſeiner Kollegen an ſeinem traurigen Geſchicke durfte er gewiß ſein.

Es war nun zunächſt nöthig bis zur definitiven Beſetzung der erledigten Lehrerſtelle das interimi- sticum fortbeſtehen zu laſſen. Durch Reſcript vom 29. Septbr. wurde dies beſtätigt. Bald darauf wurde durch H. Reſcr. vom 10. Novbr. die Direktion von den höchſten Anordnungen über Beſetzung der erledigten Lehrerſtellen in Kenntniß geſetzt,

1) daß das erledigte Ordinariat der Secunda dem Profeſſor Dr. We ißenborn, das Ordina⸗

riat in Tertia dem Profeſſor Dr. Wilhelm Rein übertragen werden ſolle,

2) daß als Hülfslehrer(Collaborator) für alle Klaſſen, nach Maasgabe des von Zeit zu Zeit von dem Großherzoglichen Oberkonſiſtorium genehmigten Schulplans, Dr. Alerander Wittich mit dem ihm verliehenen Titel eines Profeſſors angeſtellt ſei.

Die Einweiſung der beiden neuen Ordinarien in ihre Klaſſen, ſowie die Einführung des neuen Kollaborators, mußte wegen Krankheit des Letzteren bis nach den Weihnachtsferien verſchoben wer⸗ den; bis dahin war auch Herr Kollaborator Jacobi bereit, der Quinta ſeine Thätigkeit zu widmen. Darauf bezog ſich ein H. Neſcript vom 30. November. Am 21. December endete das Vikariat des

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