— 14—
Ferner traten mit dem Anfange des neuen Lehrkurſus zu Oſtern 1838 als ordentliche Lehrer in das Kollegium ein: als Ordinarius der Quarta, Dr. Auguſt Witzſchel, geb. zu Oſchatz den 22. Decbr. 1813, zuerſt auf der Königl. Landesſchule zu Grimma, ſpäter auf der Thomasſchule zu Leipzig auf die Univerſität vorbereitet, die er zu Oſtern 1833 bezog, um Philolo⸗ gie zu ſtudiren. Hier war er drei Jahre lang Mitglied der griech. Geſellſchaft und des Königl. philol. Seminariums; auch wurde er in die archäologiſche Geſellſchaft aufgenommen, die früher Prof. Weiske leitete, nach deſſen Tode aber Prof. Becker übernommen hat. Im J. 1837 wurde er zum Doctor philos. promovirt und durch H. Oberkonſ.⸗Reſcript vom 30. März 1838 zu ſei⸗ nem jetzigen Amte beſtimmt. Geſchrieben hat er: Observationes criticae in Euripidis Hippolytum, Lips. 1837. De versibus in Euripidis Medea male repetitis, in den Act. soc. gr. Vol. II. fasc. I. p. 143— 160. Quaestiones Euripideae, in der Darmſt. Zeitſchr. für die Alterthumsw. 1838, N. 78. 79. Endlich als Ordinarius der Quinta Dr. Guſtav Schwanitz, geb. zu Eiſenach am 17. Novbr. 1809, auf dem hieſigen Gymnaſium und auf der Univerſität zu Jena, wohin er 1828 abging, gebildet. Er widmete ſich den theologiſchen und philologiſchen Stu⸗ dien und wurde im Herbſte 1831, nachdem er eine lat. Abhandlung über die Bilder in der Religion geſchrieben hatte, Doktor der Philoſophie. Oſtern 1832 als philologiſcher Lehrer an die Fellenber⸗ giſchen Erziehungsanſtalten zu Hofwyl berufen, blieb er dort 4 Jahre thätig, und wurde dann als Kollaborator und in der angegebenen Zeit als Ordinarius der Quinta am hieſigen Gymnaſium an⸗ eſtellt. 1 Somit wurde das Kollegium der ordentlichen Lehrer vervollſtändigt, und iſt nun folgendes: Dr. K. H. Funkhänel, Direktor und Ordinarius der Prima, Profeſſor Ludwig Chriſtian Auguſt Briegleb, Ordin. der Secunda, — Wilhelm Weißenborn, Ordin. der Tertia, — Dr. Wilhelm Rein, Kollaborator, — Emil Mahr, Lehrer der Mathematik und Phyſik, Dr. Aug. Witzſchel, Ordin. der Quarta, —Guſt. Schwanitz, Ordin. der Quinta.
Außerdem war der Religionsunterricht am Gymnaſium für die Höchſte Behörde ein Gegen— ſtand gnädigſter Berückſichtigung. Es erſchien am zweckmäßigſten, einem Geiſtlichen der Stadt die⸗ ſen anzuvertrauen und ſo wurde Herr Trautvetter, damals Archidiakonat⸗ Subſtitutus, als Lehrer der Religion in Secunda, Tertia und Quarta zu Oſtern des vorigen Jahres angeſtellt. Allein dieß war von kurzer Dauer; die Menge ſeiner Amtsgeſchäfte nöthigte ihn, als er zu einer höhern geiſtlichen Würde erwählt wurde, ſeine Thätigkeit am Gymnaſium aufzugeben. So trat mit dem 7. Januar 1839 unterdeß interimiſtiſch durch den Direktor, am 16. Februar aber, nachdem die Höch⸗ ſte Beſtätigung erfolgt war, durch den Ephor. gymn., Sr. Magnificenz Herrn General⸗Superint. Dr. Nebe eingeführt, Herr Archidiakonat⸗Subſtitut Ko hl ein als Religionslehrer der drei untern Klaſſen. In dieſer Wiederbeſetzung der erledigten Stelle glaubt das Gymnaſium eine ſichere Bürg⸗ ſchaft dafür zu haben, daß alle Störungen einer ſegensreichen Thätigkeit, welche einem der Herrn Stadtgeiſtlichen übergeben iſt, nun beſeitigt ſein werden, ſo daß weder die Zeit des Unterrichtes, noch der Lehrer einer Abänderung oder haldigem Wechſel ausgeſetzt ſind.— Endlich begann zu Michaelis der Geſangunterricht durch Herrn Muſikdirektor Kühmſtedt in der Weiſe, daß diejeni— gen Schüler, welche ſchon auf anderem Wege ſich einige Fertigkeit verſchafft hatten, wegen der in dem Winterſemeſter zu erwartenden Schulfeierlichkeiten wöchentlich in 2 Stunden, die andern vor
der Hand in einer geübt wurden. Mit dem Beginne des neuen Lehrkurſus wird jede Abtheilung wöchentlich 2 Stunden erhalten.
———,———


