Periodikum 
Einladungsschrift zum Examen / [Großherzogliches Gymnasium zu Eisenach]
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U die Verwandtſchaft zwiſchen der griechiſchen und deutſchen Sprache waren laͤngſt die groͤßten Sprach⸗ kenner einverſtanden. Schon Bernegger ſagt, die Ver⸗ wandtſchaft zwiſchen dieſen beiden Sprachen ſei ſo groß, daß die deutſche Sprache zum griechiſchen Sprachun⸗ terrichte zweckmaͤßiger als die lateiniſche ſei. Boxhorn ſchreibt in ſeiner μ̈☛ graeci romani et ger- mani sermonis, die Verwandtſchaft ſei ſo einleuch⸗ tend, daß ſie jedermann anerkennen muͤſſe. Daſſelbe behauptet auch Clericus in Dissert. Etymolog. ad Martini Lexicon philolog. und ſchließt aus dieſer Sprachverwandtſchaft auf eine Voͤlkerverwandtſchaft. Janius in dedicat. Evangeliorum gothice et Anglo Sax. conversorum ſagt, die Mutter der Fraͤnkiſchen und Angelſaͤchſiſchen Sprache ſei die Gothiſche, und dieſe unterſcheide ſich von der altgriechiſchen blos als Dialect. Dieſen Gewaͤhrsmaͤnnern koͤnnte ich noch mehrere beruͤhmte Namen hinzufuͤgen, wenn nicht Wilh. Otto Reiz durch ſeinen Belga graecissans, welcher im Jahre 1730 erſchien, dieſes uͤberfluͤſſig machte, weil er in dieſes Buch faſt alles uͤber dieſen Gegen⸗ ſtand fruͤher geſchriebene aufgenommen hat. Obgleich es ihm an einer gruͤndlichen Kenntniß der altdeutſchen Sprache und der verwandten Dialecte fehlt, und bei ſeinen Vergleichungen der Witz nicht immer von dem Scharfſinn gezuͤgelt wird, ſo blieb doch dieſes Werk bis jetzt das beſte in ſeiner Art, und Kanne ſcheint es fleißig benutzt zu haben, obgleich er es fuͤr uͤber⸗ fuuͤſſig gehalten hat, den Namen deſſelben zu nennen⸗ A 2 die⸗