Jahrgang 
1928
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11 Schüler. Der Oberprimaner Oehmichen berichtete am 21. Oktober vor den Primen über die Erlebniſſe der kleinen Schar. Die ZeitſchriftJambo der Kolonialen Reichsarbeitsgemeinſchaft wurde von 190 Schülern geleſen. Herr Studienrat Weiß widmete beiden Intereſſen ſeine Mit⸗ arbeit. Im neuen Schuljahr wird, wie wir hoffen, unſere B. D. A.⸗Gruppe eine regere Vereins⸗ tätigkeit entfalten. Der eindrucksvolle Vortrags⸗ und Werbeabend, den der Landesverband Heſſen am 8. Februar vor den Wormſer Lehrern veranſtaltete und zu dem auch Herr Staatsrat Block erſchienen war, möge dazu von günſtiger Vorbedeutung ſein!

Unſer Schulgebäude wurde in verſchiedener Beziehung im vergangenen Jahre verbeſſert und verſchönert. Alle Klaſſenſäle ſind jetzt mit wenigſtens zwei ſtarken Lampen ausgerüſtet, ſodaß der Unterricht durch die ſchlechten Beleuchtungsverhältniſſe nicht mehr zu leiden braucht. Einen beſonderen Schmuck erhielt unſer Mittelflur durch ein Erinnerungsbild an die gefallenen Lehrer und Schüler der Anſtalt. Herr Kunſtmaler Hans Hecker, ein Wormſer Kind, hat es im Auftrag des Heſſ. Landesamtes für das Bildungsweſen gemalt. Vor einer weiten Berglandſchaft ſitzt eine im Gram erſtarrte Mutter, die ihren toten Sohn im Schoß hält. Das Werk, das zu den größten und beſten des Künſtlers gehört, erregte bei der kleinen Enthüllungsfeier am 21. Mai die beſondere Aufmerkſamkeit der Gäſte und bildet mit ſeinen ſtarken Farben und dem eindrucksvollen Fluß ſeiner Linien eine willkommene Zierde des ſonſt nüchternen Bauwerks.

Wenn das kommende Jahr uns die ſo dringend notwendige Vergrößerung und Verbeſſerung unſerer Turnhalle beſchert, können wir auch einmal daran denken, wirklich gemeinſame Schulfeiern zu veranſtalten, was z. 3. nicht möglich iſt.

Am 9. September beſtand der Oberprimaner Heinrich Klein die außerordentliche Reifeprüfung unter dem Vorſitz des Direktors. Dieſer leitete auch die ordentliche Reifeprüfung der Klaſſen Olb und Ola am 23. und 24. Februar. Am 23. beſtanden 24, am 24. 18 Prüflinge. Den Ehrenpreis aus der Prämienſtiftung weiland Sr. Exzellenz des Freiherrn Cornelius Wilhelm Heyl zu Herrnsheim erhielten die Abiturienten Aloys Seiler(OIa), Ernſt Fauſt(Ol a), Walter Seib (OIb) und Julius Meyer(O1b). Auch am 5. März führte der Unterzeichnete den Vorſitz bei einer außerordentlichen Reifeprüfung, in der die Nichtſchüler Ernſt Beck und Hans Faber beſtanden.

Die üblichen Ausflüge in die nähere Umgebung und die mancherlei Beſichtigungen, die der Gang des Unterrichts mit ſich bringt, können hier übergangen werden. Eine beſondere Er⸗ wähnung verdient der Beſuch der Frankfurter AusſtellungMuſik im Leben der Völker durch die Ober⸗ und Unterprimen am 30. VI. und 8. VII. Dieſelben Klaſſen wurden am 25. VIII. in die Darmſtädter AusſtellungAlte Kunſt am Mittelrhein geführt. Ein Stipendium der Oskar von Miller⸗Stiftung beſcherte vom 16.23. Juli in den Sommerferien, dem Schüler Walter Sauer(UIb) eine koſtenloſe achttägige Reiſe nach München zum Beſuch und zum Studium des Deutſchen Muſeums.

Lehrreich war für unſere Schüler der völkerkundliche FilmDas Volk der ſchwarzen Zelte, den ſie am 19. September ſahen, vor allem aber der biologiſche Vortrag mit Mikroprojektion, den Herr Dr. Römmert am 26. Oktober im Uniontheater hielt. An den letzteren ſchloß ſich nachmittags in der Eleonorenſchule für den engeren Kreis der Fachgenoſſen ein Lehrerkolloquium an. Das Planetarium in unſerer Nachbarſtadt Mannheim wurde öfter von Lehrern und von einzelnen Klaſſen beſucht. Herr Oberſtudiendirektor Zimmer führte in einem Lichtbildervortrag am 21. Mai unſere Oberklaſſen in das Wunderwerk ein, ein größerer Teil des Lehrkörpers wohnte danach auf Einladung des Gaues Mannheim des Badiſchen Philologenvereins einer Vorführung im Planetarium bei. Am 4. November weckte Herr Zeichenoberlehrer Arras in einem Lichtbilder⸗ vortrag in unſerer Turnhalle die Erinnerung an den Maler Arnold Böcklin, deſſen 100. Geburtstag wir gefeiert hatten. Unſer Wormſer Landsmann, Herr Willy Buſchhoff, gab am 7. November unſeren Schülern Proben ſeiner feinen Vortragskunſt. Am 20. März wird der Kärtner Dichter und Schriftſteller Perkonig vor unſeren Oberklaſſen überKärnten, der deutſche Süden ſprechen, um damit auch der deutſchen Sache zu dienen.

Der Jugendfeiertag am 24. Juni war diesmal beſonders wohl gelungen. Ein Sonderzug führte die ganze Schule mit ihren Lehrern nach Bad Dürkheim, von wo die einzelnen Klaſſen durch den ſonnigen Morgen zur Limburg und dann zur romantiſchen Hardenburg hinaufwanderten. Dort verſammelte ſich um 11 Uhr alles im Burghof. Nach einem einleitenden Lied bot uns die Spiel⸗ ſchar einer Unterſekunda unter Leitung von Herrn Studienrat Berninger das uralteTellſpiel der Schweizer Bauern auf der dafür ſehr geeigneten Naturbühne. Herr Studienrat Lauckhard gedachte in einer Anſprache der Geſchichte der Gegend und der Bedeutung des Tages. Dann zer⸗ ſtreuten ſich Schüler und Lehrer in die waldige Umgebung, um ſich abends am Zug wieder zuſam⸗