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ein ehrenvolles Kommando zur Teilnahme an einem Ausbildungskurſus für Offiziere auf dem Sennelager, wo er am 12. Mai 1916 nach gut beſtandener Prüfung zum Vizefeldwebel und Offiziersaſpiranten befördert wurde. Als ſolcher rückte er am 2. Juni 1916 aufs neue ins Feld und zwar wieder zu ſeinem alten Regiment, das damals vor Verdun lag. Nur kurze Zeit war es ihm vergönnt, ſich als tapferen Führer und Vorgeſetzten zu bewähren. Am 15. Juni erlitt er bei einem Sturmangriff am„Toten Mann“ an der Spitze ſeines Zuges durch einen Granatſplitter eine ſchwere Kopfverletzung, die ſpäter ſeinen Tod zur Folge haben ſollte. Vier Wochen lang lag er noch in verſchiedenen Lazaretten, voller Hoffnung auf Geneſung und Sehnſucht, in die Heimat zu kommen. Auch die Aerzte hofften, ſein Leben erhalten zu können. Da führte eine nach dem Gehirn fortſchreitende Eiterbildung unerwartet am 11. Juli ſeinen Tod herbei. Sein Leichnam wurde zunächſt auf dem Ehrenfriedhof zu Dun in Frahkreich beigeſetzt und dann ſeinem Wunſche und dem Wunſche der ſchwerbetroffenen Eltern entſprechend, die in Friedrich ihr einziges Kind verloren hatten, am 19. November 1916 der heimiſchen Erde übergeben, für deren Freiheit er gefochten und geblutet hatte, für die er opferwillig in den Tod gegangen war. Eine nach Hunderten zählende Trauerverſammlung, darunter neben den heimatlichen Vereinen Vertreter unſerer Anſtalt, des aktiven Regiments und des Erſatz⸗ Bataillons, eine größere Abordnung unſerer Jugendwehr, frühere Mitſchüler, viele Kranzſpenden und die von dem Ortsgeiſtlichen und den genannten Vertretern gewidmeten warmen und herrlichen Nachrufe legten Zeugnis davon ab, ein wie prächtiger und hoffnungsvoller Menſch er geweſen iſt, und wie ſchmerzlich ſein Verluſt allen iſt, die ihn gekannt und geliebt haben. Er ruhe in Frieden!
Soweit wir erfahren konnten, ſind aus der Reihe unſerer einſtigen Schüler unſerem
lieben Lingler in den Tod fürs Vaterland vorangegangen oder gefolgt: Kar Heuchert aus Offſtein— abgegangen Oſtern 1911, verſetzt nach Oberſekunda; Emil Guſtav Kleinhanß aus Worms— abgegangen Oſtern 1907, verſetzt nach Oberſekunda; Karl Knißling aus Worms— abgegangen Oſtern 1910 mit dem Reifezeugnis; Philipp Kraus aus Dalsheim— abgegangen Oſtern 1911 mit dem Reifezeugnis; Wilhelm Sundheimer ans Groß⸗Rohrheim— abgegangen Oſtern 1903 mit dem Reifezeugnis.
Den todesmutigen Kämpfern für unſere heilige Sache vermag die Schule nicht mehr Dankesworte zu ſagen; den Eltern und allen Angehörigen aber reichen wir tröſtend die Hand, und bewundernd bekennen wir im Andenken an ihren Opfertod:„Sehet, welch' eine Liebe“!
Im Zuſammenhang mit dieſen Helden gedenken wir unſerer Lehrer und Schüler, die im Laufe dieſes Schuljahres Auszeichnungen für Hingebung und Tapferkeit erhielten. Sie ſind ſo zahlreich geworden, daß uns ein vollſtändiger Ueberblick fehlt; wenn wir aus dieſem Grunde von einer Aufzählung Abſtand nehmen, ſo wollen wir doch nicht verſäumen, ihnen allen innigſte Glückwünſche an dieſer Stelle auszuſprechen.
Im Laufe des Schuljahres wurden zum Eintritt in das Heer entlaſſen die Ober⸗ primaner: Leopold Erlanger(Guntersblum), Richard Fröhling(Worms), Ludwig Hochſtein(Guntersblum), Hugo Hofmann(Worms), Franz Mühlhauſen(Worms), Rudolf Schmeidler(Worms), Otto Schuler(Pfeddersheim), Wilhelm Vogel (Worms), Erwin Wolf(Worms); die Unterprimaner: Wilhelm Bürkheimer (Alsheim), Auguſt Fries(Worms), Hugo Hertz(Worms), Karl Kaufmann(Alzey), Hermann Klenk(Framersheim), Philipp⸗Peth(Bermersheim, Kr. Worms), Ernſt Scheller(Einſeltum), Erich Schuch(Worms), Heinrich Wiesner(Monsheim), Fried⸗ rich Xander(Worms); die Oberſekundaner: Kurt Klöter(Worms), Hans Michel (Worms), Hermann Scheuermann(Worms).— Als Fahnenjunker ſind die Oberprimaner:


