Jahrgang 
1915
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J. Der Unterricht.

Mit 28 Klaſſen, 22 in der Oberrealſchule und 6 in der Vorſchule, begannen wir das Schuljahr. Auch hier trat durch den Krieg eine Änderung ein. In der Oberrealſchule mußten die beiden Ober⸗ ſekunden zu einer Klaſſe zuſammengezogen werden, und die Schüler der Vorſchule verteilten wir auf 4 Klaſſen. Die weiteren Unterrichtseinſchränkungen ergeben ſich ausB. Vom 2. Mobilmachungstage, dem 3. Auguſt, bis einſchließlich 19. Auguſt hatten die Bezirkskommandos Worms und Alzey nahezu das ganze untere Stockwerk unſeres Schulgebäudes in Benutzung genommen, und in den erſten Tagen nach den Sommer⸗ ferien erfuhr der Unterricht aus dieſem Grunde ſtarke Störungen.

4. Spaziergänge, Nusflüge, Jugendòwehr.

Nur ein Tagesausflug mit den bekannten Zielen im Taunus, der Haardt und dem Odenwald wurde unternommen am 1. Juli und nur am 19. November 1914 und am 16. Februar 1915 führten wir die herkömmlichen dreiſtündigen Spaziergänge in die Umgebung von Worms aus. Der Hitze wegen wurde der Unterricht gekürzt am 23. Mai, 2., 3., 13. und 14. Juli 1914.

Da die an den Winternachmittagen früh eintretende Dunkelheit ausgedehntere Ubungen, wie ſie für die Zwecke derJugendwehr notwendig ſind, verhinderte, ſo wurden im Einverſtändnis mit der Direktion des hieſigen Gymnaſiums gelegentlich auch Vormittage für ſolche Ubungen hinzugenommen. Die Kollegen hoben rühmend die Unverdroſſenheit und Anſtelligkeit, das Geſchick und Ausdauer unſerer Jugend hervor, und gern haben wir, ſo weit es möglich war, jedem Wunſch um Förderung dieſer Übungen Rechnung getragen. Halbtagsübungen fanden am 13. November, 3. Dezember 1914, 12. Januar, 26. Februar 1915, nahezu ganztägige ÜUbungen am 19. November, 10. Dezember 1914, 22. Januar und 16. Februar 1915 ſtatt.

S. Reifeprüfungen.

Die ordnungsgemäße Reifeprüfung für 1914 ſchloß am 9. Februar 1915 mit der mündlichen Prüfung ab; der Direktor war zum Regierungskommiſſar ernannt worden. Das Ergebnis iſt unterE mitgeteilt. Notreifeprüfungen hielt der Direktor der Anſtalt auf Grund der Verfügung vom 3. Auguſt 1914 am 18. Auguſt, 9. September, 19. September, 5. Dezember und 15. Dezember 1914 ab. Ergebnis unterE. Zu der Notreifeprüfung am 18. Auguſt war auch der Kriegsfreiwillige Georg Peter aus Gimbsheim, Unterprimaner der Oberrealſchule zu Mainz zugelaſſen worden; er beſtand dieſelbe.

In beſonderen Prüfungen erlangten drei Nichtſchüler die Reife für Oberſekunda. Hoboiſt Georg Otto Trube aus Worms am 30. März 1914 und die Kriegsfreiwilligen Georg Lippert und Heinrich Philippi aus Worms am 9. September 1914.

6. Schulfeiern. Unſere Feiern trugen der Zeit entſprechend ernſteres Gepräge als in den früheren Jahren. Gelegentlich der Sedanfeier entließen wir am 2. September eine Anzahl unſerer Kriegsfreiwilligen. Die Anſprache hielt der Direktor. In der letzten Vormittagsſtunde des 27. November vereinigten ſich die

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