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— 4. Reifeprüfungen.
Im September 1909 fand die Reifeprüſung für Nichtſchüler an unſerer Anſtalt ſtatt, die ſchriftlichen Arbeiten wurden am 7., 8., 9., 10. und 11. September angefertigt, die mündliche Prüfung wurde am 27. September unter dem Vorſitze des Herrn Geheimen Oberſchulrates Nodnagel erledigt. 11 Bewerbern konnte das Reifezeugnis gegeben werden.
Am 3. Dezember 1909 erwarb der ehemalige Schüler unſerer Anſtalt Alfred Sartorius aus Worms auf Grund einer beſonderen Prüfung das Zeugnis der Primareife.
Die ſchriftliche Abſchlußprüfung unſerer Abiturienten begann am 17. Januar 1910, die mündlichen Prüfungen fanden am 28. Februar und 1. März ſtatt. Am 28. Februar führte Herr Geheimer Oberſchulrat Nodnagel den Vorſitz, für den 1. März war der Direktor zum Regierungskommiſſar ernannt worden. Das Ergebnis der Prüfungen iſt unter E.— Statiſtik— mitgeteilt.
5. Schulfeiern.
Am Geburtstag Ihrer Königlichen Hoheit der Großherzogin— 17. September— fiel der Unterricht aus.
Am 10. November fand in unſerer Turnhalle eine Gedenkfeier zur hundert⸗ fünfzigſten Wiederkehr des Geburtstags Schillers ſtatt— die Gedächt⸗ nisrede hielt Herr Oberlehrer Dr. Werner.
Den Geburtstag Seiner Königlichen Hoheit des Großherzogs feierten wir am 25. November in der gleichen Form wie in den vergangenen Jahren.
Herr Profeſſor Dr. Heußel ſprach in der Feier für die Schüler der oberen Klaſſen über:„Unſer Großherzog und die Kunſt“, Herr Reallehrer Pohl in der Feier für die unteren Klaſſen über„Großherzog Ludwig den Erſten“.
Den Geburtstag Seiner Majeſtät des Kaiſers begingen wir mit einer öffent⸗ lichen Feier am 26. Januar 1910 im Theaterſaal des hieſigen Feſthauſes. Die zahlreiche Beteiligung der Eltern unſerer Schüler und der Freunde der Anſtalt gab der Feier einen beſonders erhebenden Verlauf.
Die Feſtrede, die Herr Oberlehrer Hertſch über„Die Pflege der Vaterlandsliebe durch die Schule“ hielt, und das von den Schülern gebotene Melodram„Fürs Vaterland“ (Text von Fr. Treller, Muſik von A. Mangold) fanden ſehr dankbare Zuhörer. Muſikaliſche Darbietungen einiger Schüler und die Geſänge einzelner Klaſſenchöre ſowie des Geſamtchores verſchönten ſämtliche Feiern.
6. Geſundheitliches.
Von ernſten Erkrankungen innerhalb des Lehrerkollegiums haben wir an einer anderen Stelle bereits berichtet.
Leider entriß auch in dieſem Jahr der Tod uns einen braven, hoffnungsvollen Schüler, den Untertertianer Karl Eſperaus Alsheim, den ſchwergeprüften und tiefgebeugten Eltern ein liebes Kind. Am 1. Juni unternahm Eſper mit einem Kameraden eine Radfahrt zum Altrhein, gemeinſam mit anderen Schülern unſerer Anſtalt badeten die jungen Leute in dem Strom, ein Herz⸗ ſchlag lähmte plötzlich die Kräfte von Eſper, der— trotzdem die Kameraden ſofort in mutigſter Weiſe Hilfe zu bringen verſuchten— verſank und verſchwand. Die Beerdigung fand am
8. Juni in Alsheim ſtatt, wobei der Klaſſenführer einen von den Klaſſenkameraden geſtifteten


