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Mädchenſchule, die nur bei einer äſthetiſch würdigen und den hygieniſchen Anforderungen ent⸗ ſprechenden äußeren Ausſtattung der Schule erfolgreich gelöſt werden können, für die berufenen Faktoren gewiß beherzigenswert.— Nicht unerwähnt dürfen wir die mit großer Hingabe und entſprechend ſchönem Erfolg geleitete Einübung der Geſänge durch Herrn Ganz laſſen. Sie bildeten mit den beiden Feſtreden das folgende Programm: „Die Ehre Gottes“ von Beethoven, vorgetragen(wie alle folgenden Geſänge) von dem Chor der 5 oberſten Klaſſen.
2.„Grenzen der Menſchheit“ von Goethe, vorgetragen von Ida Zimmermann.
3.„Das Göttliche“ von Goethe, vorgetragen von Clara Jacobi.
4.„Wanderers Nachtlied“ von Goethe, compon. von Kuhlau.
5. Rede des Herrn Direktor Schädel über„Goethe's Werdegang“.
6.„Heidenröslein“ von Goethe, compon. von Werner(Volksweiſe).
7. Rede des Herrn Bürgermeiſter Köhler.
8.„Frühlingschor“ aus der„Walpurgisnacht“ von Goethe, compon. von Mendelsſohn.
9.„Geſang der Geiſter über den Waſſern“ von Goethe, vorgetragen von Anna Bonhard.
10.„An den Mond“ von Goethe, vorgetragen von Hedwig Lorbach.
11. Dankgebet von Kremſer.
Wenn wir auch unſere Anſprache über„Goethe's Werdegang“ veröffentlichen, ſo haben wir dabei lediglich die Abſicht, unſern Schülerinnen ein Blatt der Erinnerung an ihren Unter⸗ richt und unſere Feier in die Hand zu geben. Unter jedem anderen Geſichtspunkt würde uns die Veröffentlichung einer kurzen Schulrede über ein ſo unendlich weites und tiefes Thema faſt unbeſcheiden erſcheinen.
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Feſtrede des Herrn Bürgermeiſters Köhler: Hochgeehrte Verſammlung!
Wenn wir heute eine Feier des großen Dichterfürſten Goethe begehen, da feiern wir ihn nicht allein als Menſch und als Dichter, ſodern auch als Ausgangspunkt einer neuen, höheren Kulturentwickelung. Von ihm ging ein neues Licht aus, das bis in unſere Tage helle ſtrahlt. Je höher derjenige ſteht, von dem eine neue Geiſtesrichtung dominierend ausgeht, je weiter dringen die Strahlen ſeines Geiſtes und ſeiner Perſönlichkeit. Wie ein Stein, in die Welle geworfen, immer weitere Kreiſe zieht, ſo dringt auch Goethe's Geiſt in immer neue Geſchlechter. Ein ſolcher Mann lebt nicht für ſich und ſeine Zeit, er wirkt auf ganze Jahrhunderte. Wenn wir in ſeinem Geiſte weiter arbeiten wollen an und in der Vervollkommnung der Menſchheit, ſo laſſen Sie uns allezeit eingedenk ſein des mächtigen Akkords, in dem ſein harmoniſches Leben ausklang, der zwei ſchwerwiegenden Worte:„Mehr Licht“. Wenden wir uns von ihm in einen engeren Kreis, ſo finden wir auch hier in unſerer Schule, der die Feier des heutigen Tages gilt, eine Stätte, von der neues Licht ausgehen ſoll zur Förderung und zum Glück Derer, denen ſie dient. Hat ſie ſich doch die Bildung der weiblichen Jugend zum Ziel geſetzt. Auch der Frau ſind in unſerer Zeit neue Aufgaben erwachſen, und ihr iſt das Rüſtzeug des Wiſſens nötiger denn je. Sei es, daß das Loos ſie als Mitſtreiterin an die Seite des im Beruf kämpfenden Mannes gerufen, ſei es, daß es ſie als Mutter zur Erziehung eines künftigen


